Unternehmen – Konjunkturkrise erreicht E.ON – Erich Reimann
The Epoch Times - Deutschland

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Sparprogramm Konjunkturkrise erreicht E.ON

Erich Reimann

10.02.2009

Düsseldorf – Die weltweite Konjunkturkrise hat auch Deutschlands größten Energieversorger E.ON erreicht. Der Düsseldorfer Konzern muss bei seinen Auslandsengagements nicht zuletzt wegen der verschlechterten Wirtschaftaussichten Wertberichtigungen in Höhe von mehr als 3 Milliarden Euro vornehmen. Der Energieriese will mit einem massiven Sparprogramm gegensteuern. Auch einen Stellenabbau schloß Konzernchef Wulf Bernotat am Dienstag in Düsseldorf nicht aus.

Für einen Personalabbau werde das Unternehmen alle Möglichkeiten für sozialverträgliche Lösungen nutzen, betonte Bernotat. Seine Dividende für die Aktionäre will der Konzern allerdings ungeachtet des Sparprogramms 2009 um fast 10 Prozent erhöhen.

Der Konzern, der in den vergangenen Jahren sein Auslandsengagement massiv vorangetrieben hatte, muss jetzt vor allem in den USA und Italien spürbare Abschreibungen auf seine Investitionen vornehmen. Allein bei der amerikanische Tochter US Midwest sieht E.ON einen Wertberichtigungsbedarf in Höhe von 1,5 Milliarden Euro. Ausschlaggebend dafür seien vor allem der Anstieg der Kapitalkosten sowie die verschlechterten langfristigen Wachstumsperspektiven.

Dividende soll deutlich steigen

Weitere 1,8 Milliarden Euro an Wertberichtigungen muss der Konzern für seine erst kürzlich von den Konkurrenten Enel/Acciona und Endesa erworbenen Unternehmen in Italien, Spanien und Frankreich vornehmen. Hier wirke sich vor allem die Erhöhung des Unternehmenssteuersatzes in Italien aus. Außerdem habe sich die Perspektive auf dem italienischen Energiemarkt aufgrund regulatorischer Eingriffe und von Verzögerungen bei der Inbetriebnahme von Kraftwerken eingetrübt.

Die Wertberichtigungen werden nach Unternehmensangaben den Konzernüberschuss mindern, jedoch keine Auswirkungen auf das Betriebsergebnis, Adjusted Ebit, und die Dividendenausschüttung haben. Im Gegenteil, der Konzern will die Dividende um 9,5 Prozent auf 1,50 Euro erhöhen. E.ON rechnet für 2008 mit einer Steigerung des bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Adjusted Ebit) um 7 bis 8 Prozent und einem Anstieg des für die Dividendenhöhe ausschlaggebenden bereinigten Konzernüberschusses in einer vergleichbaren Größenordnung.

Während sich also die Aktionäre freuen können, müssen sich E.ON-Beschäftigte Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Denn mit dem Effizienzsteigerungsprogramm „Perform-to-Win“ will der Energieriese bis 2011 Einsparungen von 1,5 Milliarden Euro erreichen – wohl auch mit dem Abbau von Arbeitsplätzen. Bernotat sagte, in Großbritannien und Skandinavien sei bereits der Abbau von Arbeitsplätzen angekündigt worden. In Deutschland seien dagegen noch keine Entscheidungen gefallen. Wenn es zu einem Arbeitsplatzabbau komme, werde E.ON diesen auf sozialverträgliche Weise abwickeln.

Sparprogramm soll Wettbewerbsfähigkeit steigern

Bernotat betonte, Ziel des Sparprogramms sei es, die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens weiter zu steigern. „Nach einer Phase der Expansion, in der wir zahlreiche internationale Unternehmen übernommen und eine einzigartige Präsenz in Europa erreicht haben, wollen wir uns jetzt auf die innere Stärkung und Leitungsfähigkeit des Unternehmens konzentrieren und damit unsere Wachstumsvoraussetzung weiter verbessern“, sagte Bernotat.

Das geplante Maßnahmenpaket umfasse eine Vielzahl von Einzelprojekten. Dazu gehöre die Vereinfachung der Verwaltung, aber auch die Verbesserung der Auslastung von Kernkraftwerken in Skandinavien, die Optimierung des Vertriebs in Großbritannien oder die Integration des Strom- und Gasvertriebs in Deutschland. (AP)

 

 

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