Reise – Konstanz – Zwischen Gaumenfreuden und Historie – Anke Wang
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Stadt zum See Konstanz – Zwischen Gaumenfreuden und Historie

Anke Wang

23.12.2011

Weihnachtsmarkt von Konstanz: Glühweingenuss mit Seeblick, Weihnachtsschiffe und echte Märchen. Der Weihnachtsmarkt von Konstanz ist mit seinen 150 Buden der größte und schönste der Gegend. Foto: Tourist Information Konstanz
Weihnachtsmarkt von Konstanz: Glühweingenuss mit Seeblick, Weihnachtsschiffe und echte Märchen. Der Weihnachtsmarkt von Konstanz ist mit seinen 150 Buden der größte und schönste der Gegend.

Foto: Tourist Information Konstanz

Weihnachtsreise: Nicht ganz so berühmt wie Nürnberg oder Dresden, aber dafür umso uriger und voller Überraschungen ist die schwäbische Weihnachtsstadt Konstanz.

Konstanz, die größte Stadt am Bodensee, deren Anfänge bis in die Römerzeit zurückreichen, verwandelt sich in der Vorweihnachtszeit in ein wahres Paradies für Weihnachtsfreunde.

Genießer von Kultur und Kulinarik kommen auf ihre Kosten, wenn vor der Kulisse der mittelalterlichen Altstadt und des romantischen Bodensees der Konstanzer Weihnachtsmarkt mit 150 Buden seinen Glanz entfaltet. Historisch berühmt wurde Konstanz vor allem, weil hier 1414 bis 1418 das Konzil von Konstanz und damit die einzige Papstwahl nördlich der Alpen stattfand. Stadtführungen zur Historie umranken heute den Weihnachtsmarkt wahlweise mit gregorianischen Gesängen,  Nachtwächtern oder derb-spaßigen Landsknechten.

Dass Konstanz den Umgang mit der ehrwürdigen Stadtgeschichte leicht nimmt, bezeugt die Statue der Imperia, die neun Meter hoch im Hafen aufgestellt ist: Eine Hure, die in der einen Hand einen Papst und in der anderen einen Kaiser hält, nimmt sie die Verdorbenheit des Konzils aufs Korn. Das heftig umstrittene Kunstwerk von Bildhauer Peter Lenk (1993 aufgestellt) ist ein Wahrzeichen von Konstanz.

Das Inselhotel, die beste Adresse am Ort

Ein Ort, an dem man deutsche und regionale Geschichte direkt erleben kann, ist das Steigenberger Inselhotel auf der Dominikanerinsel. Wer hier verweilt, reiht sich ein in eine Reihe mit Gästen wie Karl dem Großen, Maximilian I. und  Kaiser Wilhelm II. - auch sie residierten einst an diesem Ort. Einst Kloster und Wirkungsort des Mystikers Heinrich Seuse, wurde es 1875 im Besitz des Grafen Von Zeppelin zum Hotel. Im zweiten Weltkrieg waren die Franzosen dort und aus dem Kloster wurde eine Unterkunft für Flüchtlinge, später eine Spielbank und auch die Uni Konstanz unternahm auf dem Inselchen ihre Anfänge. Heute ist es ein Luxushotel mit fünf Sternen. Eine Episode des Inselchens führt in die mit Zirbelholz gestaltete Dominikanerstube. Die Eheleute Rosaly und Matthys Brunner erwarben 1907 das Hotel. Die Enkelin der beiden, Marie-Madeleine Brunner: „Mein Großvater hat Möbel in Auftrag gegeben, er hat gesagt, er möchte das MB für Matthys Brunner auf den Stühlen. Dann hat der Schreiner gefunden, ja aber die Frau arbeitet ja in dem Betrieb mindestens so viel wie der Mann. Dann hat er klammheimlich auf jeden Stuhl eine Rose [geschnitzt], meine Großmutter hieß Rosaly."

Die Dominikanerstube bietet heute regionale Gerichte auf höchstem Niveau und Rosalys Rosen blühen heute noch auf den Stühlen.

Mittelalterliche Mystik und atmosphärische Fresken

Hinter den steinernen Gemäuern des Hotels verbergen sich Preziosen. Im Mittelalterlichen Kreuzgang hielt der Stuttgarter Maler Carl von Häberlin Ende des 19. Jahrhunderts die Geschichte des Ortes in Bildern fest. Darunter auch die Darstellung des Reformators Jan Hus, der in einem Turm des Inselklosters eingekerkert und vom Konzil als Ketzer hingerichtet wurde. Im Festsaal bezeugen Märtyrerszenen, die Ende des 13. bis Anfang des 14. Jahrhunderts aufgebracht wurden, den ehemaligen Sinn des Saals als Ort des Gebets und der Versenkung.

Ein weihnachtliches Spielzeugparadies

Eine weitere berühmte Zweigstelle der Weihnachtsromantik zeigt die Blumeninsel Mainau. Für Gartenkunst rund ums Jahr bekannt, bietet sie in der Vorweihnachtszeit besondere Events an. Dieses Jahr gibt es ein Ausstellungs-Highlight für Familien.

Noch bis zum 12. Februar 2012 sind im Barockschloss und im subtropischen Palmenhaus  die Spielzeugausstellung „Teddy, Elefant und Co." zu sehen. Geschöpfe aus der Welt der Margarete Steiff, vom Original „Filzelefäntle" von 1888 bis zum aktuellen Bärchen, verwandeln das Palmenhaus in einen Plüschtier-Dschungel zum Staunen, Träumen und Spielen. Daneben wird für die Erwachsenen mit Originalgegenständen die Firmengeschichte des Hauses Steiff erzählt.

Die schwedische Küche Schwabens

Gleich daneben gelangt man vom Schwäbischen ins Schwedische, und zwar kulinarisch. Schwedische Traditionen gelangten auf die Insel Mainau, weil dort die Wurzeln der dort ansässigen Adelsfamilie Bernadotte liegen. Die  Küchenchefs der Insel Mainau kredenzen  Besuchern deshalb jedes Jahr ein original Schwedisches Weihnachtsbuffet, Julbord genannt. Es findet ab 1. Dezember jeden Mittwoch bis Samstag ab 18.30 Uhr statt. Reservierungen nimmt das Mainau-Bankettbüro Montag bis Samstag unter der Nummer 07531-303-156 entgegen.

Das Buffett beinhaltet Willkommens-Glögg und Fischspezialitäten wie Silboard-Heringvariationen, und Felchenkaviar. Außerdem gibt es Geflügelleberterrine, geräucherten Elch-, Rentier-, Hirsch- und Wildschweinpfefferschinken oder gebratene Gans. Ein typischer Nachtisch wie Mandeltorte rundet den Schmaus ab.

Informationen für die Weihnachtsreise:

Ausstellung „Teddy, Elefant und Co."

Barockschloss der Insel Mainau
(11. November 2011 - 12. Februar 2012),
täglich geöffnet von 10.00 bis 17.00 Uhr.

Steigenberger Inselhotel
Auf der Insel 1
78462 Konstanz
Telefon: 07531 125-0
www.steigenberger.com/Konstanz

Dominikanerstube im Inselhotel
Mo.-So.
12:00-14:00 Uhr
18:30-23:00 Uhr

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