Foto: Renault.
Weder bunt noch schrill, sondern futuristisch und mit raffinierten technischen Details sind die Konzeptfahrzeuge der Autohersteller auf Messen. Dass Renault mit seinen Ideen in der Vergangenheit am meisten provozieren konnte, ist ein Verdienst von Axel Breun. Der Herr der faszinierenden Formen gewährte einen exklusiven Einblick in sein Schaffen.
Chaque chose en son temps. Wirklich alles zu seiner Zeit? Gibt es demnach kein Design für Automobile, welches von Generationen geliebt und bewundert wird? Ist alles Schaffen und Gestalten des Kreativen nur zu einer bestimmten Zeit erfolgreich? Eine Antwort darauf mögen die Konzeptfahrzeuge geben, die von den Herstellern jedes Jahr auf den großen internationalen Automobilshows gezeigt werden. In ihrer Form erscheinen sie einem derart futuristisch, dass man sich deren Vergänglichkeit kaum vorstellen kann. Doch Konzeptfahrzeuge sollen provozieren.
Axel Breun freut sich deshalb besonders auf die Reaktionen der Öffentlichkeit. Denn die entscheiden letztendlich mit, ob und in welcher Form eine Studie den Weg zu einem Serienmodell findet.
Breun ist Design-Direktor für Concept Cars bei Renault und befasst sich gemeinsam mit seinem Designchef Laurens van den Acker intensiv damit, dass neue Gesicht der französischen Marke zu definieren. Bis 2013 sollen sechs Konzeptfahrzeuge zumindest alle Epochen eines mobilen Lebens widerspiegeln.
Formen eines mobilen Lebens
Foto: Renault
„Wir bauen Autos für jeden Lebensabschnitt“, erklärt Laurens van den Acker, als er uns einen kleinen Einblick in seine Wirkstätte gewährt. Seit mehr als drei Jahren ist der Niederländer für die neue Designlinie Renaults verantwortlich. Doch schon jetzt zeigt er auf einem extra einberufenen Workshop jene Automodelle, die künftig für eben jeden Lebensabschnitt und „für jede persönliche Situation“ rollen sollen. Seine Designphilosophie lässt sich dabei am besten am Werdegang eines jungen Paares erklären.
So sei für das Sich-Verlieben etwa das Sportcoupé DeZir geeignet. Ein sinnlich geformtes Coupé mit fließenden Formen und in tiefem Rot lackiert. Will das Paar später gemeinsam die Welt entdecken, könnte es nach den Vorstellungen des Designers das SUV-Konzept Captur nutzen. „Für dieses Abenteuer braucht man ein geräumigeres Auto“, weiß van den Acker. Sein Crossover bietet deshalb Platz für zwei Personen und dank eines funktionalen Innenraums genügend Staumöglichkeiten für Ski, Snowboards, oder was immer auch junge Leute in ihrer Freizeit mitnehmen.
Einfach, sinnlich und mit Funktion
Steigen dann später eigene Kinder dazu, würde van den Acker seine Studie des Minivans R-Space vorfahren. Das Vielzweckfahrzeug hat viel Raum, raffinierte aber auch verspielte Innenraumelemente, wie die lose im Fond gestapelten stoffbezogenen Würfel. Auch wenn man aus ihnen Sitze, Liegeflächen und eine Kinderspielfläche formen kann. In erster Linie provozieren sie. Zumindest die Frage, ob Fahrzeug-Innenräume immer demselben Muster folgen müssen.
Konkret nützlicher ist die Studie des Kastenwagens Frendzy. Das elektrisch angetriebene gewerbliche Einsatzfahrzeug kann mit wenigen Handgriffen in einen Familienvan mit viel Platz im Fond verwandelt werden. Doch faszinierend sind vor allem die technischen Raffinessen, die dem Gewerbetreibenden bei seinem täglichen Wirken helfen. Etwa die mit Magneten gesicherten Boxen, die im Laderaum einfach irgendwo platziert werden können. Oder der große Bildschirm in der hinteren Schiebetür, über den die eigene Werbung nach außen projiziert wird. An gleicher Stelle ist im Familienvan übrigens eine Schiefertafel eingepasst, um unterwegs dem Nachwuchs kreativen Freilauf zu bieten.
Sanftmut
Bis Ende 2013 werden dann insgesamt sechs Konzeptautos für Bewunderung sorgen. Auch wenn Axel Breun nur vage Andeutungen gibt, wie die beiden noch geheimen Konzeptfahrzeuge aussehen könnten, allen gemeinsam ist jedenfalls die warme Farbgebung und eine Karosserie mit sanft gerundeten Formen. Denn „einfach, sinnlich und warm“ sollen sie sein, sagt Breun. Und natürlich soll der Renault-Rhombus künftig in üppiger Größe die Marke deutlicher präsentieren.
Mit freundlicher Genehmigung von www.drive-and-style.de/
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