Aktuelle Nachrichten – Medizin
17.04.2009
Erlangen – Gesundheitsexperten schlagen Alarm: Die Kosten für die Behandlung von Schlaganfällen werden in Deutschland nach Berechnungen des Interdisziplinären Zentrums für Public Health der Universität Erlangen-Nürnberg von derzeit jährlich rund sechs Milliarden Euro auf mehr als 100 Milliarden Euro im Jahr 2025 steigen. Den Grund sieht der Geschäftsführer des Zentrums, Peter Kolominsky-Rabas, in der Zunahme der Zahl der Bürger ab 65 Jahren von knapp 16 Millionen im Jahr 2005 auf etwa 23 Millionen bis 2050.
Wenn die Gesundheitspolitik hier nicht entschieden gegensteuere und mehr Geld in Versorgungsforschung investiere, „werden wir schon in wenigen Jahrzehnten unsere Bürger nicht mehr ausreichend versorgen können“, warnt der Wissenschaftler. Die aktuelle „Gesundheitspolitik der ruhigen Hand“ werde dann zu einem „Versorgungs-Tsunami“ führen. Mit der Zunahme der Demenz- und Schlaganfallpatienten werde sich auch die Zahl der Pflegebedürftigen erhöhen.
Laut Kolominsky-Rabas leiden bereits heute rund eine Million Bundesbürger an den Folgen eines Schlaganfalls und rund 1,2 Millionen an einer Demenz. (AP)