Aktuelle Nachrichten – Menschen & Meinungen
27.03.2012
Foto: Doug Pensinger/Getty Images
Ich fühle, dass ich teilhabe an der Äußerung einer großen gewaltigen Kraft, welche Abertausenden von einzelnen Vögeln ihren verbindenden Stempel aufdrückt, stärker vielleicht noch als beim keilförmigen Flug im Reich von Licht und Luft, denn dies hier spielt sich kaum fünfzig, hundert Meter entfernt von mir auf dem Erdboden ab, auf dem auch ich stehe. Fast handgreiflich spürbar wird hier das morphogenetische Feld, die Gruppenseele, die Vögel hier so leidenschaftlich vereint ...
Rautavaaras Orchesterstück „Cantus Arkticus“
Später am Tage, vor Sonnenuntergang und noch kurze Zeit danach, wenn die Vögel sich anschicken, ihre Schlafplätze im flachen Wasser des Sees aufzusuchen, spielt sich dann das umgekehrte Schauspiel ab. Womöglich ist das „Gru-Gru“ der abfliegenden Kraniche noch inniger, noch zärtlicher, noch wehmütiger. Wunderbar hat der finnische Komponist Einojuhani Rautavaara in seiner Komposition für Orchester und Kranichstimmen – dem „Cantus Arcticus“ – dieses Stimmungsbild erfasst.
In kleinen Gruppen, zu zehnt oder zu zwanzig, streichen die Vögel nordwärts ab, dem flachen Wasser des Hornborga zu. Dicht gleiten ihre Silhouetten über den im letzten Licht aufleuchtenden Wasserspiegel. Ein letzter großer Schwarm von vielleicht zweihundert Vögeln fliegt wie auf ein geheimes Zeichen hin auf und gegen 21 Uhr haben sich die letzten Tiere im Grau-Rot des Abendhimmels „aufgelöst“. Der Tanzplatz wird nun leer bleiben bis zum Sonnenaufgang. Doch die ganze Frühlingsnacht wird es nicht wirklich still werden – seien es die erregt schluchzenden Laute der Singschwäne oder die hellen Kiebitzschreie und nicht zuletzt von weit draußen vom See her das ferne, vielstimmige, nur langsam abklingende „Gru-Gru“ ...
Der Kranich im Mythos
Seit rund sechzig Millionen Jahren gibt es Kranicharten auf unserem Planeten – heute sind es weltweit noch 15 verschiedene Arten, deren eine der in Mittel- und Nordeuropa verbreitete Graue Kranich (Grus grus) ist.
Diese größten unter den Vögeln, die so viele menschenähnliche Verhaltensweisen zeigen – lebenslange Ehe, sorgfältige Pflege der Jungen, ihre Zeremonien und Tänze – haben seit Jahrtausenden die schöpferische Phantasie und mythenbildenden Vorstellungskräfte von Menschen in nahezu allen Erdgegenden angeregt – unmöglich ist es an dieser Stelle, die Fülle dieser Vorstellungen und Mythen zu erfassen.
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Schlagworte
Die Musik der Vögel – Vögel in der Musik
(03.04.2013)
Drohungen der chinesischen Botschaft in Schweden ohne Wirkung
(02.02.2008)
(09.11.2007)
„Pippi ist ein Literatur gewordener Kindertraum“
(08.11.2007)
Schweden und Deutschland ehren Lindgren mit Briefmarken
(06.11.2007)
Alternativer Nobelpreis für Friedensaktivistin in Kenia
(02.10.2007)
Muslime demonstrieren vor schwedischer Zeitung
(31.08.2007)