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Sichere Spiele Krawalle überschatten Londoner Olympia-Vorbereitungen

Stuart Condie / AP

10.08.2011

Die Volleyball-Testspiele waren eigentlich ausverkauft, trotzdem war nur etwa die Hälfte der Plätze belegt. Foto: Sang Tan/AP Photo
Die Volleyball-Testspiele waren eigentlich ausverkauft, trotzdem war nur etwa die Hälfte der Plätze belegt.

Foto: Sang Tan/AP Photo

London – Plünderungen und Straßenschlachten, ausgebrannte Geschäfte und Autowracks: Ein solches Bild wollte London der Welt ein Jahr vor den Olympischen Spielen nicht bieten. Eigentlich war geplant, dass Sportfans die Testspiele genießen und dem Start der Premiere League entgegenfiebern. Stattdessen erhalten die ausländischen Athleten Anrufe von besorgten Angehörigen und fragen sich, ob sie angesichts der Krawalle überhaupt auf die Straße gehen können.

"Meine Freunde und Familienmitglieder haben angerufen", sagt die kanadische Beachvolleyball-Spielerin Heather Bansley. "Sie sollen sicher gehen, dass wir in Ordnung sind. Das ist keine gute Sache, die London da passiert." Sie und die anderen Volleyballer tragen ihre Testspiele im Schatten des Riesenrads London Eye aus, nicht weit entfernt vom Buckingham-Palast und dem Regierungssitz in der Downing Street 10.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte London mit großem Pomp den Jahres-Countdown bis zu Eröffnung der Olympischen Spiele am 27. Juli 2012 gefeiert. Nun müssen die Organisatoren angesichts der Krawalle ihre Sicherheitsplanungen verteidigen und gleichzeitig die Olympia-Vorbereitungen vorantreiben.

Start der Premiere League ungewiss

"Wir wollen sichere Spiele austragen und das werden wir tun", sagte der zuständige Minister Hugh Robertson. "Alle Anzeichen deuten daraufhin, dass es sich bei diesem Problem um Kriminalität auf niedriger Ebene handelt, die angetrieben wird von Botschaften in den sozialen Netzwerken, und nicht um eine neu entstehende Sicherheitsbedrohung."

Den Krawallen und Straßenschlachten, die am Samstag in Tottenham begannen, fiel bereits das Fußball-Länderspiel zwischen England und den Niederlanden zum Opfer, das für (den heutigen) Mittwochabend geplant war. Für die Partie waren 70.000 Karten verkauft worden, das Geld wird den Käufern erstattet. Auch das Spiel zwischen Ghana und Nigeria in Watford, gut 30 Kilometer nordwestlich von London, wurde abgesagt.

Die Chefs der englischen Fußball-Liga berieten noch mit der Polizei, ob der Saisonstart an diesem Wochenende mit Spielen von Tottenham, Fulham und den Queen's Park Rangers stattfinden kann. In dieser Woche sind außerdem noch ein Straßenradrennen in London am Sonntag und ein Wettbewerb im Marathon-Schwimmen am Samstag geplant.

Die englischen Kricket-Spieler traten am Mittwoch zu ihrem Match gegen Indien an. Die Kapitäne beider Mannschaften hielten die Entscheidung, auf eine Absage zu verzichten, für richtig. "Dies ist eine Chance für das Kricket, eine positive Note zurück in die Zeitungen zu bringen und zu zeigen, dass nicht alles da draußen im Moment schlecht ist", sagte der englische Spielführer Andrew Strauss.

Sorge um Sicherheit von Sportlern und Zuschauern

Die Volleyball-Testspiele waren eigentlich ausverkauft, trotzdem war nur etwa die Hälfte der Plätze belegt. Aus Sorge vor weiteren Krawallen wurde der Eröffnungstag drei Stunden früher als geplant beendet, damit Zuschauer, Mitarbeiter und Freiwillige vor Einbruch der Dunkelheit nach Hause gehen konnten.

Gleichzeitig fand in der Wembley-Arena in Nordlondon die Badminton-WM statt. "Ich habe das Gefühl, dass ich nicht genug über die Krawalle weiß und darüber, wie nah wir dran sind", sagte Jens Grill, der Verantwortliche des britischen Teams. "Aber gestern Abend sind wir zusammen zurückgegangen und die Spieler gingen in Gruppen, nur, um auf der sicheren Seite zu sein."

(dapd)

 

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