Gesundheit - Aktuelle Nachrichten, Ratgeber und Berichte – Krebsrate in Deutschland höher als anderswo in Europa – DAPD
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Aktuelle Nachrichten – Gesundheit

Krebsrate in Deutschland höher als anderswo in Europa

DAPD

21.02.2008

Mammographie Screening. (AP Photo/Franka Bruns)
Mammographie Screening. (AP Photo/Franka Bruns)

Berlin – Die Deutschen haben ein höheres Krebsrisiko als viele andere Europäer. Die Bundesrepublik liege bei der Rate von Neuerkrankungen in Europa im oberen Drittel und damit schlechter als zum Beispiel die Mittelmeerstaaten, erklärte das Gesundheitsministerium am Mittwoch zur Eröffnung des 28. Deutschen Krebskongresses in Berlin. Abhilfe sollen verstärkte Anstrengungen zur Vorbeugung bringen.

Dem soll auch eine Kampagne der Felix-Burda-Stiftung im „Darmkrebsmonat März“ dienen, die tanzende Prominente für Vorsorgeuntersuchungen werben lässt. Tatsächlich zeigten sich erste Erfolge, erklärte der Stiftungsvorstand in München. So seien 2007 zwar mit 73.000 Fällen 2.000 Erkrankungen mehr als im Vorjahr entdeckt worden. Mit 28.000 Todesfällen seien aber 1.000 Menschen weniger an der Krankheit gestorben. Denn für die Chancen auf Heilung komme es vor allem auf den Zeitpunkt der Erkennung an.

Insgesamt erkranken in Deutschland nach jüngsten Zahlen des Robert-Koch-Instituts jährlich 436.000 Menschen neu an Krebs, 208.000 sterben an der tückischen Krankheit. Gesundheitsstaatssekretärin Marion Caspers-Merk betonte zur Eröffnung des Krebskongresses, wie wichtig Vorbeugung sei, um die Zahlen zu verbessern. Dabei verwies sie zum einen auf das Rauchen als die wichtigste vermeidbare Ursache von Krebs.

Zum anderen müsse man die Menschen darüber aufklären, wie wichtig Früherkennungsuntersuchungen seien. Bisher nehmen sie nur 18 Prozent der Männer und die Hälfte der Frauen wahr. „Das ist zu wenig“, meinte die SPD-Politikerin. „Das vorhandene Potenzial für eine effektivere Krebsbekämpfung muss noch besser ausgeschöpft werden.“

Gute Behandlung flächendeckend

Aber auch bei der Behandlung von Tumoren liegt nach Darstellung der Deutschen Krebshilfe noch manches im Argen. Noch sei in Deutschland keine flächendeckende Versorgung auf höchstem Niveau gewährleistet, erklärte Krebshilfe-Geschaftführer Gerd Nettekoven. Krebshilfe und Deutsche Krebsgesellschaft nahmen sich als gemeinsames Ziel vor, dies zu verbessern. Nötig seien spezialisierte Klinische Krebszentren und eine verstärkte Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten.

Es dürfe keine Zwei-Klassen-Medizin geben, forderte der Chef der Krebshilfe, Friedrich Carl Janssen. Wer auf dem Dorf wohne müsse ebenso viel Aufmerksamkeit und onkologische Betreuung erfahren, wie der Bürger in einer Stadt.

Die USA meldeten nach zweijährigem Rückgang wieder eine steigende Zahl von Krebstoten. Die am Mittwoch veröffentlichte Statistik weist für 2005 eine Zunahme von mehr als 5.000 tödlich verlaufenen Krebserkrankungen aus. Insgesamt erlagen der Krankheit 559.312 Menschen.

http://www.cancer.org/statistics/ (AP)

 

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