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Brasilien Kriegsähnliche Szenen in Rio

Felipe Dana

22.08.2010

Hotelangestellte verlassen das Intercontinental Hotel in Rio de Janeiro, Brasilien. Foto: AP Photo/Felipe Dana
Hotelangestellte verlassen das Intercontinental Hotel in Rio de Janeiro, Brasilien.

Foto: AP Photo/Felipe Dana

Rio de Janeiro (apn) Schüsse aus großkalibrigen Waffen, eine Geiselnahme in einem bei ausländischen Touristen beliebten Hotel: In Rio de Janeiro haben sich am Samstag kriegsähnliche Szenen abgespielt. Die Lage eskalierte bei einer Polizeiaktion gegen Drogenbanden in einem Slum nahe dem vornehmen Viertel Sao Conrado; zehn schwer bewaffnete Männer stürmten dabei das Intercontinental-Hotel und verschanzten sich stundenlang mit 30 Geiseln in der Küche.

Die Geiselnahme wurde ohne Blutvergießen beendet, im Kugelhagel einer Schießerei zwischen Gangstern und Polizei vor dem Hotel starb aber eine Frau. Der Zwischenfall warf ein Schlaglicht auf die Sicherheitslage in der brasilianischen Metropole, in der 2014 das Fußball-WM-Finale und 2016 die Olympischen Sommerspiele stattfinden.

„Es schien, als ob ich im Irak wäre“, sagte ein Anwohner, Jose Oliveira e Silva, dem Fernsehsender Globo. Ein anderer Augenzeuge, Ricardo Valladeres, sagte: „Wir sind alle zu Tode erschrocken. Niemand traut sich aus dem Haus, weil wir nicht wissen, ob da noch immer Verbrecher sind.“

Alle zehn Geiselnehmer festgenommen

Die Geiselnahme dauerte nach Angaben der Polizei drei Stunden; rund 400 Gäste wurden aus dem Intercontinental evakuiert. Die zehn Angreifer, die das Hotel stürmten, hätten zu einer großen Gruppe mutmaßlicher Drogenkrimineller gehört. Die Geiseln seien in der Küche des Hotels festgehalten worden, sagte eine Sprecherin weiter. „Wir haben mit ihnen verhandelt; alle Geiseln wurden befreit und die zehn Verdächtigen sind in Gewahrsam.“ Über die Nationalität der Geiseln machte sie keine Angaben.

Brasilien richtet 2014 die Fußballweltmeisterschaft aus – das Finale findet in Rio de Janeiro statt. Zudem erhielt Rio den Zuschlag für die Olympischen Sommerspiele 2016. Die Kriminalitätsrate in Rio ist weitaus höher als bei allen ausgeschiedenen Mitbewerbern. Die Behörden sind seit einem Jahr mit großem Polizeieinsatz bemüht, die Sicherheitslage zu verbessern. Aus zehn Elendsvierteln im Süden Rios sind nach amtlichen Angaben Drogenbanden vertrieben und Polizeiposten errichtet worden. (AP)

 

 

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