Aktuelle Nachrichten – Verbraucher
12.03.2006
Hannover - Der Kriminologe und Jugendforscher Christian Pfeiffer hat gesetzliche Maßnahmen gefordert, um den Medienkonsum von Kindern und Jugendlichen einzudämmen. Der durchschnittliche männliche Hauptschüler bringe es auf fünf Stunden Medienkonsum am Tag: «Das ist ein krankes Leben», sagte Pfeiffer bei einem von der «Hannoverschen Allgemeinen Zeitung» moderierten Streitgespräch mit jugendlichen Computerspielern auf der Messe Cebit.
Das von Pfeiffer geleitete Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen hatte kürzlich eine Studie zu «Gewalt und Medien im Leben von Kindern und Jugendlichen» erstellt.
Pfeiffer plädierte für die Einführung der Ganztagsschule. Je mehr Zeit Kinder an Fernseher, Computer oder Spielkonsole verbrächten, desto schlechter seien sie in der Schule und desto anfälliger für Jugendgewalt. In einigen Computerspielen sieht der Experte «neue Erklärungen für das schlechte Abschneiden Deutschlands bei der Pisa-Studie». Wer Ego-Shooter und Kampfspiele spiele, bei dem erhöhe sich die Gewaltbereitschaft enorm. Generelle Verbote von so genannten Killerspielen, wie in der Koalitionsvereinbarung der Bundesregierung angeführt, brächten dagegen gar nichts: «Das ist Quatsch» sagte Pfeiffer. Statt dessen sollte über Änderungen der Schulgesetze «jungen Leuten die Gelegenheit zum Spielen» genommen werden.
Der Europameister des Autorennspiels «Need For Speed», Niklas Timmermann, verteidigte die Computerspiele: Bei «Taktikspielen» wie dem Ego-Shooter Counterstrike gehe es auch darum, «mal durchzugreifen» und «auf den Tisch hauen» zu können. Das fördere Qualitäten, die man später als Führungskraft im Berufsleben gebrauchen könne.
Auf der Cebit kämpfen an diesem Wochenende Hunderte Spieler bei den «World Cyber Games» um die Europameisterschaft bei populären Spielen wie «World of Warcraft», «Need for Speed» und «Counterstrike».
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Eltern sollen Regeln für den Medienkonsum ihrer Kinder aufstellen
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