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Ministerpräsidenten besuchen Opel-Werk Krise bei Opel Anlass zu Sorgen bei Politikern

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11.05.2012

General Motors (GM) setzt bei Opel und Chevrolet in der Verwaltung den Rotstift an.  Foto: Lennart Preiss/dapd
General Motors (GM) setzt bei Opel und Chevrolet in der Verwaltung den Rotstift an.

Foto: Lennart Preiss/dapd

Rüsselsheim – Die Krise bei Opel führt zu immer größerer Besorgnis bei führenden Landespolitikern: Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) kritisierte den Opel-Mutterkonzern General Motors (GM); Nordrhein-Westfalen organisiert ein gemeinsames Vorgehen der von eventuellen Werksschließungen betroffenen Länder; Bouffier und sein Mainzer Amtskollege Kurt Beck (SPD) kommen am Montag zur Unterstützung der Belegschaft zu einer Betriebsversammlung ins Werk Rüsselsheim.

Unterdessen schwelen weiter Gerüchte über eine Verlegung der Entwicklung des Familienautos Zafira zum Kooperationspartner Peugeot.

Bouffier sagte am Freitag in Richtung Opel-Mutter GM, es könne nicht akzeptiert werden, dass über Wochen niemand wisse, wie es mit den Opel-Werken weitergeht. "Das führt zu einer massiven Verunsicherung", beklagte Bouffier im Hessischen Rundfunk.

Eine finanzielle Unterstützung für den angeschlagenen Autohersteller lehne Bouffier er ab. "Ich kann nicht hessisches Steuergeld in die Hand nehmen, um eine Unternehmensentwicklung zu befördern", sagte der Ministerpräsident.

Nordrhein-Westfalen, in dem das stark gefährdete Bochumer Opel-Werk steht, hat eine Initiative für ein abgestimmtes Vorgehen aller Bundesländer mit Opel-Standorten gestartet. Neben NRW sind das Rheinland-Pfalz (Werk Kaiserslautern), Thüringen (Eisenach) und Hessen (Rüsselsheim). Mit der Initiative will NRW-Wirtschaftsminister Harry Voigtsberger (SPD) verhindern, dass GM "die Interessen der Standorte gegeneinander ausspielt und einen Subventions- und Lohnsenkungs-Wettlauf startet", sagte eine Sprecherin der "Allgemeinen Zeitung Mainz" (Freitagausgabe).

Die rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerin Eveline Lemke unterstützt den Vorstoß aus NRW. "Auch Rheinland-Pfalz will verhindern, dass die Standorte gegeneinander ausgespielt werden", sagte die Grünen-Politikerin. Der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch (FDP) will sich zunächst mit Opel-Chef Karl-Friedrich Stracke über die aktuelle Situation austauschen.

Bouffier und Beck wollen der Opel-Belegschaft in Rüsselsheim beistehen. Die Politiker kündigten ihre Teilnahme an einer Betriebsversammlung in dem Werk am Montag an. "Das Opel-Stammwerk in Rüsselsheim muss seinen herausragenden Stellenwert behalten", erklärte Bouffier. Er habe mit Opel-Chef Stracke gesprochen und dabei die Zusicherung bekommen, dass der Standort in seiner jetzigen Form erhalten bleibe.

Stracke dementiert Stellenabbau bei Konstrukteuren

Unterdessen hat der angeschlagene Autohersteller am Donnerstagabend Medienberichte über den Verlust mehrerer Hundert Stellen im Entwicklungszentrum des Stammwerks Rüsselsheim dementiert. "Spiegel Online" hatte geschrieben, GM wolle die Konstruktion des Zafira dem Kooperationspartner PSA Peugeot Citroën übertragen. Dadurch würden Arbeitsplätze in Rüsselsheim wegfallen.

Stracke wies das zurück. "Wie auch immer die konkrete Aufteilung der gemeinsamen Projekte aussehen wird, im technischen Entwicklungszentrum von Opel in Rüsselsheim gehen deshalb keine Stellen verloren", erklärte er. Die Allianz mit PSA sei "ganz explizit" auf Ausgewogenheit angelegt.

Der Abzug der Zafira-Entwicklung wäre ein weiterer Schlag für die verlustreiche GM-Tochter. Laut Betriebsrat erwägt Opel auch die Verlagerung der Produktion des Modells Astra von Rüsselsheim ins Ausland. GM und PSA hatten Ende Februar eine Allianz zur Entwicklung von Fahrzeugplattformen und für Einsparungen beim Einkauf angekündigt. Nach der Verschiebung des Astra nach England oder Polen könnte die Zafira-Produktion von Bochum nach Rüsselsheim kommen. Das wäre das Aus für das Werk Bochum.

Nach Informationen der Zeitung "Die Welt" hat GM bereits Schritte eingeleitet, um die Entwicklung des Modells Zafira aus Rüsselsheim verlagern zu können. Die Entwicklung der neuen Generation des Modells, das ab 2015 auf den Markt kommen soll, sei im hessischen Stammwerk gestoppt worden, schreibt das Blatt.

Opel leidet unter Absatzschwäche und hohen Verlusten. In den vergangenen zehn Jahren verlor GM mehr als zehn Milliarden Euro mit Opel. Im ersten Quartal 2012 ging die Verlustserie mit einem Minus von rund 250 Millionen Euro weiter.

(dapd)

 

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