Aktuelle Nachrichten – Deutschland
05.08.2010
Hannover (apn) Die Beteiligung eines ehemaligen Vattenfall-Managers an einer Sicherheitsanalyse für ein Endlager in Gorleben hat bei Oppositionspolitkern Kritik ausgelöst. Mit dem Ex-Vattenfall-Manager Bruno Thomauske werde der Bock zum Gärtner gemacht, erklärte der Grünen-Bundestagsfraktionschef Jürgen Trittin am Donnerstag in Göttingen. Bundesumweltminister Röttgen habe offenbar keinerlei Gespür für Interessenkonflikte. Kritik an der Beauftragung des heute an der RWTH Aachen lehrenden Thomauske äußerten auch niedersächsische Langtagsabgeordnete von SPD, Grünen und Linke.
Den Hauptauftrag für die Gorleben-Sicherheitsanalyse, mit deren Hilfe das Bundesumweltministerium 2012 über die Zukunft des Endlagerprojekts Gorleben entscheiden will, hat nach eigenen Angaben die Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) erhalten. Ein entsprechender Vertrag sei kürzlich mit dem Bundesumweltministerium abgeschlossen worden, sagte ein GRS-Sprecher dem DAPD. Die GRS sei Hauptauftragnehmer des Forschungsvorhabens und habe wiederum Unteraufträge für Teile der umfassenden Studie an Wissenschaftler der RWTH Aachen und der TU Claustahl sowie an die DBE Technology GmbH vergeben.
Der GRS-Sprecher bestätigt, dass sich in Aachen Bruno Thomauske an der Analyse beteiligt. Der Endlagerspezialist war früher beim Bundesamt für Strahlenschutz tätig und leitete bis 2007 die deutsche AKW-Sparte von Vattenfall. Später übernahm er in Aachen einen vom Energieversorger RWE geförderten Lehrstuhl für nuklearen Brennstoffkreislauf.
An der TU Claustahl ist nach Angaben der GRS der Leiter des Instituts für Endlagersysteme, Klaus-Jürgen Röhlig, an der Gorleben-Analyse beteiligt. Röhlig hat dort eine von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS) finanzierte Stiftungsprofessur inne. Die GNS ist eine gemeinsame Tochter der AKW-Betreiber und selbst mit 75 Prozent Hauptanteilseigner der „Deutschen Gesellschaft zum Bau und Betrieb von Endlagern“ (DBE). Die DBE Technology, die ebenfalls an der Sicherheitsanalyse mitarbeitet, ist eine 100-prozentige DBE-Tochter.
Ziel der Sicherheitsanalyse, die bis 2012 vorliegen soll, ist nach Angaben der GRS, für den Salzstock Gorleben eine nachvollziehbare, vorläufige Eignungsprognose zu erstellen. Im Erkundungsbergwerk Gorleben, das von der DBE betrieben wird, sollen ab Herbst nach zehnjähriger Pause wieder neue Stollen gegraben werden. (AP)
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