Berlin – Der CDU-Außenexperte Ruprecht Polenz hat die frühzeitige Entscheidung des Deutschen Olympischen Sportbundes gegen einen Olympia-Boykott kritisiert. „Ich hielte es für klüger, im Augenblick zur Boykottfrage gar nichts zu sagen, es damit aber eben auch nicht auszuschließen, dass man nicht nach China fährt“, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Bundestags am Dienstag im Südwestrundfunk. „Denn wir wissen ja nicht, wie sich die Dinge in China und in Tibet weiter entwickeln.“
Das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hatte sich am Montag trotz der Tibet-Krise gegen einen Boykott der Olympischen Spiele in Peking entschieden. Der DOSB werde „nach Abwägung aller Argumente und in Wahrnehmung seiner Verantwortung gegenüber den Athleten“ im August eine Mannschaft nach China entsenden, hieß es in einem Beschluss.
Die Rolle des Sports sei die Förderung des Dialogs und der Verständigung. „Seine Aufgabe ist es, Brücken zu bauen, nicht Mauern zu errichten. Deshalb taugt der Sport nicht als politisches Druckmittel“, erklärte der DOSB. (AP)
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