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Kritik an Kommunikationspannen der Berliner Charité hält an

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26.10.2012

Kritik an Kommunikationspannen der Berliner Charité hält an Foto: dapd/Michael Gottschalk
Kritik an Kommunikationspannen der Berliner Charité hält an

Foto: dapd/Michael Gottschalk

Berlin – Die Kritik an der unzureichenden Kommunikation der Berliner Charité im Fall der Infektionswelle mit Darmkeimen bei Babys hält an. Berlins Gesundheitssenator Mario Czaja (CDU) erwartet von dem Klinikum "mehr Professionalität". Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD) traf sich am Freitag mit Vertretern der Charité und des Deutschen Herzzentrums.

Am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass Anfang Oktober ein Neugeborenes an den Folgen einer Infektion mit Serratienkeimen gestorben war. Das Kind wurde nach einer Behandlung am Campus Virchow-Klinikum der Charité im benachbarten Deutschen Herzzentrum operiert.

Derzeit sind im Virchow-Klinkum der Charité sechs mit den Darmbakterien infizierte Kinder erkrankt, wie eine Sprecherin am Freitag mitteilte. Ihr Zustand sei stabil. Sieben Babys, bei denen der Erreger nachgewiesen wurde, ohne zu erkranken, würden weiterhin intensiv beobachtet. Neue Fälle seien nicht aufgetreten.

Bei einem mit Serratien infizierten Frühgeborenen (Geburtsgewicht unter 1000 Gramm) mit einem schweren angeborenen Herzfehler sei in der Charité eine dringlich erforderliche Operation am Herzen erfolgreich durchgeführt worden, sagte die Sprecherin weiter. Dem Kind gehe es gut.

Mangelhafte Kommunikationspolitik

In den vergangenen Tagen habe sich gezeigt, dass die Kommunikationspolitik der Klinik "mangelhaft" sei, sagte Czaja der "Berliner Zeitung". In der Öffentlichkeit und vor allem bei den Angehörigen der Babys habe dies "unnötig zu Verunsicherung geführt". Die Charité habe ihre Kommunikationsabläufe "sehr kritisch zu hinterfragen", forderte der CDU-Politiker. Das sei Aufgabe des Vorstands.

Auch bei dem zweistündigen Treffen mit Scheeres ging es um die Abstimmung zwischen Charité und Herzzentrum sowie die öffentliche Kommunikation, wie ein Sprecher der Wissenschaftsverwaltung auf dapd-Anfrage sagte. Details nannte er nicht.

Exhumierung des Babys weiter offen

Unterdessen prüfe die Staatsanwaltschaft weiter, ob das verstorbene Baby exhumiert werden solle, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf dapd-Anfrage. Damit könnte der Leichnam obduziert werden, um die genaue Todesursache zu klären.

Nach Darstellung des Bunds Deutscher Kriminalbeamter (BDK) wirft der Tod des Säuglings erneut die Frage auf, ob die derzeit praktizierte Leichenschau und Feststellung der Todesursache in dieser Form noch ausreichend sei. "Immer wieder kommt es vor, dass die tatsächliche Todesursache nicht, oder zu spät erkannt wird", sagte Bundesvorsitzender André Schulz.

Der BDK bemängele seit langem, dass es derzeit jedem zugelassenen Humanmediziner erlaubt sei, nicht nur den Tod eines Menschen festzustellen, sondern auch noch festzulegen, ob der Tod "natürlich" oder "nicht natürlich" eingetreten sei beziehungsweise die Todesart "ungewiss" sei.

dapd

 

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