Unternehmen – Kunden kaufen wieder verstärkt bei SAP – Philipp Grontzki und Jürgen Wutschke
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Software-Konzern SAP Kunden kaufen wieder verstärkt bei SAP

Philipp Grontzki und Jürgen Wutschke

27.10.2010

Im Vorjahr hatte die Investitionszurückhaltung der Kunden infolge der Wirtschaftskrise SAP nicht nur ein Umsatzminus beschert, sondern den DAX-Konzern auch zum Abbau mehrerer Tausend Stellen veranlasst. Foto: Sascha Schuermann/dapd Photo
Im Vorjahr hatte die Investitionszurückhaltung der Kunden infolge der Wirtschaftskrise SAP nicht nur ein Umsatzminus beschert, sondern den DAX-Konzern auch zum Abbau mehrerer Tausend Stellen veranlasst.

Foto: Sascha Schuermann/dapd Photo

Walldorf – Der Softwarekonzern SAP hat im dritten Quartal weiter von der steigenden Kundennachfrage profitiert. Dennoch blieben die Walldorfer mit den am Mittwoch vorgelegten Zahlen teilweise hinter den Erwartungen zurück. Insgesamt legten die Kernerlöse binnen Jahresfrist um rund ein Fünftel auf 2,32 Milliarden Euro zu. Dabei handelt es sich um Software- und softwarebezogene Serviceerlöse, also im Wesentlichen Einnahmen aus Lizenzverkäufen und Wartung. Zugleich stieg das Betriebsergebnis um 16 Prozent auf 716 Millionen Euro. Während SAP bei den Erlösen die durchschnittlichen Analystenerwartungen erfüllte, wurden diese beim operativen Gewinn deutlich unterschritten.

Im Vorjahr hatte die Investitionszurückhaltung der Kunden infolge der Wirtschaftskrise SAP nicht nur ein Umsatzminus beschert, sondern den DAX-Konzern auch zum Abbau mehrerer Tausend Stellen veranlasst. Seit dem ersten Quartal des laufenden Jahres verzeichnet der Hersteller von Unternehmenssoftware aber insgesamt wieder eine anziehende Nachfrage.

"Kunden investieren wieder, um ihre Unternehmen auf eine neue Wachstumsphase vorzubereiten und sich vom Wettbewerb abzuheben", sagte Vorstandsprecher Bill McDermott. Finanzvorstand Werner Brandt ergänzte: "Alle Regionen trugen zu dem Wachstum im dritten Quartal bei. Besonders gute Ergebnisse erzielten wir in den USA und in den Wachstumsmärkten in Asien, Europa und Lateinamerika."

Die für Softwarekonzerne wichtigen Lizenzumsätze kletterten den Angaben zufolge im dritten Quartal um ein Viertel auf 656 Millionen Euro. Der Konzernumsatz belief sich insgesamt auf 3,0 Milliarden Euro, nach 2,51 Milliarden Euro im Vorjahr. Unter dem Strich verdiente SAP den Angaben zufolge 501 Millionen Euro, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr.

Sybase liefert Wachstumsbeitrag

Erstmals machte sich in den Zahlen auch der Sybase-Zukauf bemerkbar, der im dritten Quartal 5 Prozentpunkte zum Wachstum bei den Kernerlösen beitrug. SAP hatte mit der Übernahme für rund 5,8 Milliarden Dollar seine Aktivitäten im Bereich mobile Datennutzung deutlich erhöht und sich zugleich das Datenbankgeschäft des US-Konzerns gesichert.

Mit Blick auf das Gesamtjahr bestätigte SAP seine Prognose. Demnach rechnet das Softwarehaus für 2010 weiterhin mit einem Plus von neun bis elf Prozent Wachstum bei den Software- und softwarebezogenen Serviceerlösen. Die Prognosen basieren auf Non-IFRS-Zahlen und sind um Wechselkursschwankungen bereinigt.

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"Es ist keine positive Überraschung dabei", und das dürfte den Markt enttäuschen, sagte Analyst Stephan Wittwer von der LBBW. Er verwies darauf, dass der Zahlenausweis mehr oder weniger im Rahmen der Erwartungen ausgefallen sei – wenn man die Non-IFRS-Zahlen zugrunde legt. Diese beinhalten keine akquisitionsbedingten Aufwendungen – wie die für die Sybase-Übernahme.

Mit Blick auf das dritte Quartal hat SAP zudem die Rückstellungen für den Rechtsstreit mit Oracle um den Diebstahl geistigen Eigentums einer ehemaligen SAP-Tochter um 60 Millionen auf nun 160 Millionen Dollar erhöht. SAP hatte die von Oracle gemachten Vorwürfe eingeräumt und will finanziell die Verantwortung übernehmen. Am 1. November soll die auf sechs Wochen angesetzte Hauptverhandlung beginnen.

Der Markt zeigte sich unbeeindruckt von den Zahlen. Bereits bei Vorlage des Zweitquartalsausweises war das Papier unter Druck geraten, obwohl die operative Entwicklung besser war als erwartet. Damals wurde vor allem moniert, dass sich das Wachstum regional höchst unterschiedlich dargestellt hat. Nach Bekanntgabe des neuen Zahlenwerks gab das Papier bis zum frühen Nachmittag 3,3 Prozent auf 37,04 Euro nach. (dapd)

 

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