China Wirtschaft – Kurseinbruch an Chinas Börse nach Steuererhöhung – DAPD
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Kurseinbruch an Chinas Börse nach Steuererhöhung

DAPD

30.05.2007

Ein Börseninvestor liest die Schlagzeile der Shanghaier Zeitung „Dongfang Morgenpost“ vom 30. Mai 2007 – „Die Steuer auf Aktiengeschäfte steigt von 0,1 auf  0,3 Prozent“. Der chinesische Aktienmarkt ist nach der Erhöhung der Aktiengeschäftssteuer am Mittwoch eingebrochen und hat auch andere Börsen von Tokio bis Frankfurt in Mitleidenschaft gezogen. (Foto: AP)
Ein Börseninvestor liest die Schlagzeile der Shanghaier Zeitung „Dongfang Morgenpost“ vom 30. Mai 2007 – „Die Steuer auf Aktiengeschäfte steigt von 0,1 auf 0,3 Prozent“. Der chinesische Aktienmarkt ist nach der Erhöhung der Aktiengeschäftssteuer am Mittwoch eingebrochen und hat auch andere Börsen von Tokio bis Frankfurt in Mitleidenschaft gezogen. (

Foto: AP)

Peking/Frankfurt – Der chinesische Aktienmarkt ist am Mittwoch eingebrochen und hat auch andere Börsen von Tokio bis Frankfurt in Mitleidenschaft gezogen. Auslöser war die von der Pekinger Regierung überraschend verfügte Verdreifachung der Steuer auf Aktiengeschäfte, mit der sie den heiß gelaufenen Handel abkühlen will. Der maßgebliche Shanghai Composite Index büßte 6,5 Prozent ein.

Die Entwicklung in China trübte auch die Stimmung an anderen großen Aktienhandelsplätzen, allerdings waren die Kursrückgänge weitaus geringer. In Tokio gab der Nikkei-Index knapp 0,5 Prozent nach, Hongkong verlor 0,9 Prozent, in Frankfurt fiel der DAX bis zum Mittag 1,0 Prozent. Rückgänge gab es auch in London und Zürich.

Der Shanghai Composite Index hatte allein in diesem Jahr bis Dienstag 62 Prozent zugelegt, im vergangenen Jahr betrug das Plus sogar 130 Prozent. Hauptantreiber der steigenden Kurse sind gute Unternehmensnachrichten und ein Zustrom an frischem Kapitals mangels anderer lukrativer Investmentmöglichkeiten. So zahlen chinesische Banken nur rund drei Prozent Guthabenzinsen.

Der boomende Aktienmarkt ist ein Abbild der weiter rasch wachsenden chinesischen Wirtschaft. Sie wird nach jüngsten Schätzungen der Weltbank in diesem Jahr wieder um mehr als zehn Prozent wachsen. Das Institut in Washington prognostizierte in seinem am Mittwoch veröffentlichten Vierteljahresbericht für die Volksrepublik ein Wachstum von 10,4 Prozent. Bislang hatte die Vorhersage bei 9,6 Prozent gelegen.

Die Regierung in Peking hat lediglich ein Wachstumsziel von rund 8 Prozent verkündet, zumal die überhitzte Konjunktur zunehmend Anlass zur Sorge gibt. Im Zeitraum des vergangenen Jahres wurden schon vier Mal die Zinssätze erhöht, um den Boom zu bremsen – zwei Mal allein seit vergangenem März, nachdem die Wachstumsquote im ersten Quartal dieses Jahres 11,1 Prozent betragen hatte. 2006 legte die chinesische Wirtschaft um 10,7 Prozent zu. Es war das vierte zweistellige Wachstum in Folge. (AP)

 

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