El Paraiso/Honduras – In einer symbolischen Geste ist der gestürzte honduranische Präsident Manuel Zelaya am Freitagabend vorübergehend in sein Heimatland zurückgekehrt. Er überschritt aus Nicaragua kommend zu Fuß die Grenze und betonte vor tausenden jubelnden Anhängern, er werde sein Amt zurückfordern. Dann ging er zunächst nur wenige Schritte auf die Grenzbeamten zu und sprach mit Militärvertretern. Doch nach einer knappen halben Stunde kehrte er nach Nicaragua zurück.
Er wolle Verhandlungen über eine Beilegung der Krise eine weitere Chance geben, erklärte Zelaya. „Ich habe keine Angst, aber ich bin auch nicht verrückt“, sagte der linksgerichtete Politiker dem venezolanischen Fernsehsender Telesur. Hätte er darauf bestanden weiterzugehen, hätte ein Blutbad die Folge sein können. Das aber habe er vermeiden wollen.
Kurz vor dem Grenzübertritt Zelayas war es bereits zu Zusammenstößen zwischen seinen wartenden Anhängern und den Sicherheitskräften gekommen. Die Übergangsregierung in Tegucigalpa hatte die 1.000 Kilometer lange Grenze zu Nicaragua zur Sperrzone erklärt und in ihrem unmittelbaren Bereich von Freitagmittag bis Samstagmorgen ein Ausgehverbot verhängt. Des weiteren bekräftigte die Regierung, sie werde Zelaya im Falle seiner Rückkehr nach Honduras festnehmen lassen. Am Grenzübergang schritt sie aber nicht ein, da sich Zelaya praktisch noch im Niemandsland befand, wie der stellvertretende Sicherheitsminister Mario Perdomo erklärte.
US-Außenministerin Hillary Rodham Clinton kritisierte Zelayas Grenzübertritt als unbesonnen. Der Schritt werde nicht dazu beitragen, die demokratische und verfassungsmäßige Ordnung in dem mittelamerikanischen Land wiederherzustellen, sagte Clinton auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki in Washington.
Zelaya hatte schon am 5. Juli versucht, nach Honduras zurückzukehren. Die Streitkräfte verhinderten dies jedoch, indem sie vor der Landung seines Flugzeugs in Tegucigalpa die Landebahn blockierten. Daraufhin kam es zu Zusammenstößen mit Anhängern Zelayas, bei denen mindestens ein Demonstrant ums Leben kam. (AP)
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