Nachrichten Deutschland – Lächelnder Botschafter des Friedens – Gregor Haake
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Lächelnder Botschafter des Friedens

Gregor Haake

20.07.2007

Foto: AP

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Hamburg – Sein Land musste er schon vor Jahrzehnten verlassen. Dennoch ist der Einfluss des Dalai Lama in der Welt seit seiner Flucht aus Tibet 1959 mehr und mehr gewachsen. Das geistliche Oberhaupt der Tibeter erfreut sich in Deutschland mittlerweile größerer Beliebtheit als Papst Benedikt XVI. Zuletzt nannten ihn in einer Umfrage von TNS-Forschung 44 Prozent der Bundesbürger als Vorbild – und nur 42 Prozent den deutschen Papst. Vor allem unter den Jüngeren und Gebildeteren liegt der Dalai Lama vorn, wie „Der Spiegel“ berichtete.

Am (morgigen) Donnerstag kommt er für zehn Tage nach Hamburg und wird eine Reihe von Vorträgen über Frieden, Globalisierung und Buddhismus halten. Rund 30.000 Gläubige und Gäste werden zu den Veranstaltungen im Hamburger Tennisstadion erwartet.

Das stetige Lächeln ist sein Markenzeichen und Teil seiner Philosophie. Unbeirrbar von allen Rückschlägen angesichts der Besetzung Tibets durch China setzt „seine Heiligkeit“ auf den Weg der Gewaltlosigkeit. „Wenn Leute lachen, sind sie fähig zu denken“, hatte der Dalai Lama gesagt, der in sich selbst einen „einfachen Mann“ sieht.

Tenzin Gyatso, wie der Dalai Lama als Mönch genannt wird, wurde am 6. Juli 1935 in Taktser, einem Dorf im Nordosten Tibets, als Sohn eines Bauern geboren. Als er zwei Jahre alt war, erklärten ihn Abgesandte aus der tibetischen Hauptstadt Lhasa zur Inkarnation des 1933 verstorbenen vorherigen Dalai Lama.

Der Großteil seiner Regierungszeit war bislang von Flucht und Exil geprägt. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in China 1949 erhob das neue Regime Ansprüche auf Tibet und marschierte 1950 ein. Nach einem brutal niedergeschlagenen Aufstand der Tibeter 1959 musste ihr geistliches Oberhaupt fliehen. Im indischen Dharamsala bildete der Dalai Lama schließlich eine tibetische Exilregierung.

Zwar brachte der Westen dem gewaltlosen Widerstand der Tibeter Sympathie entgegen, Unterstützung von Regierungsseite aber blieb jahrzehntelang fast vollständig aus. Zahlreiche Vortragsreisen führten den Dalai Lama nach Europa und in die USA. Insgesamt reiste er in mehr als 50 Länder um für eine friedliche Lösung des Tibet-Konflikts zu kämpfen. Im Jahr 1989 wurde ihm für sein Wirken der Friedensnobelpreis verliehen.

Für seinen Besuch in Hamburg wird erwartet, dass der Dalai Lama eine wegweisende Rede zur Rolle der Frauen im Buddhismus hält. Nach Medienberichten strebt er die vollständige Gleichberechtigung in Religionsfragen an. In Hamburg werde er bekannt geben, dass fortan auch Frauen in die Führungsetage des tibetischen Buddhismus einziehen dürften. Zu diesem Zweck werde er die volle Ordination buddhistischer Nonnen verkünden, die ungefähr der katholischen Priesterweihe entspreche. (AP)

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