Aktuelle Nachrichten – Umwelt
10.12.2009
Foto: Paul Biagioli/Pixelio
Bonn – Gefahr für Grauspecht, Brachpieper und die Turteltaube: Trotz verbesserter Schutzbestimmungen hat sich die Situation vieler bedrohter Vogelarten in Deutschland weiter verschlechtert, wie die Präsidentin des Bundesamt für Naturschutz (BfN), Beate Jessel, am Donnerstag bei der Vorstellung des Berichts „Vögel in Deutschland 2009“ sagte. Insgesamt stehen den Experten zufolge noch immer 50 Prozent der zu schützenden Arten auf der Roten Liste und sind damit in ihren Beständen gefährdet.
Drei Jahrzehnte nach Inkrafttreten der europäischen Vogelschutzrichtlinie falle die Bilanz in Deutschland damit ernüchternd aus. Bei 27 von 64 häufigen Brutvogelarten haben die Bestände laut Studie innerhalb der letzten fünf Jahre abgenommen. Vor allem Bodenbrüter und Feldvögel befänden sich auf dem absteigenden Ast, erklärte Jessel. Grund sei vor allem die intensive Flächennutzung.
Besonders kritisch ist den Angaben zufolge auch die Lage vieler Zugvogelarten wie der Turteltaube und dem Baumpieper, die in ihren Sommer- und Winterlebensräumen sowie entlang der Zugroute mit vielen Problemen zu kämpfen haben.
Die BfN-Präsidentin forderte, Leistungen der Land- und Forstwirtschaft für den Naturschutz mit staatlichen Fördermitteln künftig stärker zu honorieren. Die Meldung von Schutzgebieten nach Brüssel allein reiche nicht aus, sagte auch Stefan Fischer, Vorsitzender des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten.
Die 1979 in Kraft getretene Vogelschutzrichtlinie sieht in den EU-Mitgliedstaaten die Einrichtung besonderer Schutzgebiete vor. Zusätzlich sollen für die regelmäßig auftretenden Zugvögel Vermehrungs-, Rast-, Überwinterungs- und Mauserplätze gesichert werden.
In Deutschland sind mit einem Anteil von mehr als elf Prozent der Landfläche derzeit 738 Vogelschutzgebiete gemeldet. Auch an Küsten und Meeren wurden Vogelschutzgebiete eingerichtet. (AP)
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