Aktuelle Nachrichten – Unterhaltung
18.01.2012
Foto: Sebastian Willnow/dapd
Frankfurt/Main – Laith Al-Deen will härter werden. "Es geht letztendlich um Energie", sagt er. Sein Live-Publikum weiß schon seit Jahren, dass die Songs des Mannes, der sich bisher an der Bezeichnung "Schmusepapst" nicht gestört hat, im Konzert oft ohne Weichspülgang daherkommen. Am Sonntag (22.1.) startet in Lüneburg seine Tournee "Der Letzte Deiner Art". Im Gespräch erzählt der demnächst (20. Februar) 40-jährige Laith Al-Deen, dass die Konzertreise auch zu einem neuen Studiosound führen soll.
"Der Letzte Deiner Art", das im vergangenen Jahr veröffentlichte siebte Studioalbum von Laith Al-Deen, sei von den Fans gut angenommen worden, sagt er. "Die Platte als solches ist scheinbar nicht anders genug gewesen", sagt er aber auch. "Ich glaube, da hätte noch ein bisschen mehr Veränderung kommen können." Das Album habe aber dennoch Spaß gemacht, und den gebe es auch jetzt bei der Live-Umsetzung. "In sich ist das ein sehr rundes Paket, aber es ist doch ziemlich klar, dass es noch mal einen ganz anderen Schritt braucht, den ich jetzt schon im Kopf habe, für das nächste Album. Wo es genau hingeht, ist noch nicht klar, es werden auf jeden Fall mehr meiner musikalischen Wurzeln drinstecken – also mehr Blues und Rock."
Ganz "hundertprozentig klar" sei das alles noch nicht. "Nur habe ich das Bedürfnis, dass es mal ganz anders klingt und dass sich die Leute ein bisschen wundern, wenn sie es hören. Schauen wir mal, wo das hinkommt."
Rückblende: Vor der Veröffentlichung von "Der Letzte Deiner Art" hatte Al-Deen im vergangenen April noch gesagt, er habe irgendwann aufgehört, sich über bestimmte Beschreibungen seiner Musik den Kopf zu zerbrechen. "Nachdem ich dieses Wort 'Schmusepapst' ganz oft gelesen habe, habe ich gedacht: Warum stör ich mich an vielen Dingen dabei nicht? Also es gibt natürlich – klar Image, auch ich hätte gerne ein cooles Image. Und irgendwann ging das einfach vorbei und ich dachte, 'hey, du hast Spaß, du kannst was machen, was du gut kannst und was du gerne tust', und es öffnet ja auch Möglichkeiten, wenn's nicht cool sein muss."
Er habe jetzt zehn Jahre "straighten Pop" – "Bilder von dir", "Alles von dir", "Keine wie du" – gemacht. "Das hat definitiv dazu beigetragen, dass meine musikalischen Wurzeln in den letzten sieben Alben vielleicht ein bisschen wenig durchgekommen sind – außer auf der Live-Bühne. Und deswegen habe ich vor, das mit auf Platte zu nehmen. Bin ja gerade auf Produzentensuche und bin am Schreiben, bin wirklich mal sehr gespannt, wo man damit hinkommt. Letztendlich verträgt Popmusik noch einige Ecken mehr und ich hoffe, dass ich eine davon abgreifen kann."
Jahrelang hat sich Laith Al-Deen für deutschsprachigen Pop in die Bresche geworfen – und sieht sich jetzt mit einer starken Konkurrenz auch im Pop-Mainstream konfrontiert. "Die Konkurrenz ist da, man muss schon schauen, wo man bleibt. Auf der anderen Seite muss ich sagen, dass ich mir allein den Zustand die ganze Zeit gewünscht habe: Weil es doch ein bisschen eintönig in der deutschsprachigen Musiklandschaft war, zumindest was den – in Anführungszeichen - Mainstream angeht. Inzwischen hat sich mit Tim Bendzko, Andreas Bourani – auch Jan Delay, der straight sein Disco-Funk-Ding durchzieht – gezeigt, dass ein klarer Bedarf an deutschsprachiger Musik da ist und die Toleranz der Hörer sich verändert hat. Und letztendlich auch das Radio darauf eingehen muss, es spielen muss, und sich das ganze deutschsprachige Musikding in die Hörgewohnheiten der Leute eingepflanzt hat. Das ist ein toller Zustand und der öffnet wirklich ganz neue musikalische Plattformen."
Zwei Konzerte, Hamburg am 25. Januar und Mannheim am 5. Februar, sind laut Veranstalter bereits ausverkauft. Die Große Freiheit in Hamburg sei ein "klassischer Rock'n'Roll-Laden" und da werde es auch bei ihm ziemlich laut werden, kündigt Al-Deen an. "Nicht die ganze Zeit, aber es werden genug Leute verwundert sein, wie hart Laith Al-Deen sein kann." Als Popmusiker müsse man den Menschen "direkt ins Herz" hinein singen: "Musik ist nichts anderes als eine wundervolle Zusammenstellung von Energie und Emotionen."
http://laith.de
Tourdaten: 22.01. Lüneburg (Vamos! Kulturhalle), 24.01. Hannover (Capitol), 25.01. Hamburg (Große Freiheit), 26.01. 20:00 Dortmund (FZW), 27.01. Bremen (Pier 2), 29.01. Bielefeld (Ringlokschuppen), 30.01. Köln (Live Music Hall), 31.01. Ulm (Roxy), 01.02. Stuttgart (Theaterhaus), 03.02. Mannheim (Capitol), 04.02. Karlsruhe (Festhalle Durlach), 05.02. Offenbach (Capitol), 07.02. Leipzig (Werk 2), 08.02. München (Tonhalle) 10.02. 20:00 Berlin (Columbiahalle), 11.05. Freudenstadt (Gewerbepark Sulzhau), 31.05. Wolfenhagen (Kulturzelt)
(dapd)
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