Aktuelle Nachrichten – Umwelt
29.08.2011
Foto: Axel Heimken/dapd Photo
Gorleben – Atomkraftkritische Landwirte aus dem Wendland haben die Schließung des Zwischenlagers Gorleben verlangt. Die dort lagernden Castor-Behälter sollten abtransportiert werden, sagte am Montag der Sprecher der Bäuerlichen Notgemeinschaft, Carsten Niemann, der Nachrichtenagentur dapd. Im Gorlebener Castor-Lager stehen bislang rund 100 Behälter.
Die Menschen in der Region seien durch die von diesen Castoren ausgehende Radioaktivität einer Gesundheitsgefährdung ausgesetzt, sagte Niemann mit Blick auf die in der vergangenen Woche bekannt gewordene erhöhte Strahlung am Atommüllzwischenlager. Die Bevölkerung werde systematisch über einen langen Zeitraum verstrahlt. "Wir leben hier und können nicht weg", sagte Niemann.
Die Bürgerinitiative (BI) Umweltschutz Lüchow-Dannenberg forderte derweil eine Offenlegung aller Messwerte am Zwischenlager. Alle Messdaten sollten ab sofort für jedermann einsehbar sein und ins Netz gestellt werden, um Transparenz herzustellen, sagte BI-Sprecher Wolfgang Ehmke.
Die BI appellierte gleichzeitig an das niedersächsische Umweltministerium, die "Nöte der Atombetreiber" nicht zur Richtschnur für das Handeln der Atomaufsicht zu machen. Der Strahlenschutz solle die Menschen vor Strahlung und nicht den Zwischenlagerbetreiber GNS vor Kritik schützen, sagte Ehmke.
Für Dienstag hat das Ministerium Vertreter der GNS zu einem Gespräch nach Hannover eingeladen. Dabei soll es auch um mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenbelastung gehen. Diese ist dem Ministerium zufolge eine Voraussetzung, dass der für November geplante Castor-Transport nach Gorleben rollen darf.
(dapd)
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