Umwelt – Laut WWF droht Ringelrobben-Babys in der Ostsee der qualvolle Tod – Simone Utler
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Klimawandel Laut WWF droht Ringelrobben-Babys in der Ostsee der qualvolle Tod

Simone Utler

10.03.2009

Hamburg – Sorge um Ringelrobben-Babys in der Ostsee: Aufgrund der zu geringen Eisbedeckung könnten auch in diesem Winter nach Schätzungen des WWF wieder zahlreiche Jungtiere qualvoll sterben. „In Teilen der Ostsee, die für die Ringelrobben bedeutsam sind, ist kein oder zu wenig Eis“, erklärte die Naturschutzorganisation am Dienstag in Hamburg. Für den Robben-Nachwuchs des zwischen Schweden und Finnland gelegenen Aland-Archipels gebe es kaum Überlebenschancen, und auch die Jungtiere des Bestands in der Rigabucht seien in Gefahr.

Die Ringelrobben bekamen Ende Februar ihren Nachwuchs, den sie auf dem Packeis in Schneehöhlen großziehen, wie der WWF erklärte. Ist kein Eis vorhanden oder schmilzt es zu schnell, müssen die Jungtiere in die kalte Ostsee, bevor sie die nötige Fettschicht ansetzen. Dort erfrieren und verhungern sie. „Es steht ein neues Robbenbaby-Drama bevor, bei dem viele Jungtiere qualvoll verenden könnten“, warnte WWF-Expertin Cathrin Münster.

Schon im vergangenen Winter hatten drei der vier Bestände laut WWF einen Großteil ihres Nachwuchses verloren. Es war der eisärmste Winter seit Beginn der Messungen vor 300 Jahren. In diesem Jahr ist die Eisschicht auf der Ostsee zu Beginn der Wurfzeit mit 105.000 Quadratkilometern zwar doppelt so groß wie vor zwölf Monaten, liegt aber weit unter dem langjährigen Durchschnitt.

Robbensterben als Vorbote des Klimawandels

„Das Robbensterben ist ein Vorbote des Klimawandels“, betonte Antti Halkka, Robbenexperte des WWF Finnland. Die globale Erwärmung treffe die Ostsee besonders hart. Klimamodelle sagen demnach bei einer ungebremsten Erwärmung bis Ende des Jahrhunderts einen Rückgang der Eisdecke um 50 bis 80 Prozent voraus. Für die südlichen Wurfgebiete der Ringelrobben bedeute dies nur noch 20 bis 50 Tage im Jahr mit Packeis. Normalerweise bekommen Ringelrobben ihren Nachwuchs nur in Regionen, die mindestens 90 Tage mit Packeis bedeckt sind.

Derzeit gibt es in der Ostsee laut WWF schätzungsweise 7.000 bis 10.000 Ringelrobben. Schon in der Vergangenheit sei ihre Zahl durch Jagd und Umweltgifte stark dezimiert worden. Anfang des 20. Jahrhunderts seien es noch rund 180.000 Tiere gewesen. (AP)

 

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