Bonn – Die offiziell noch gar nicht zum Verkauf stehende Postbank stößt nach Angaben von Postchef Klaus Zumwinkel bereits auf reges Kaufinteresse. Es gebe eine Schlange von Interessenten, darunter auch ausländische Banken, sagte der Vorstandsvorsitzende der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe). Die größte deutsche Privatkundenbank stehe derzeit zwar nicht zum Verkauf. „Aber über ihre Zukunft kann man im nächsten Jahr intensiver nachdenken, wenn die gesamte Regulierung abgeschlossen ist und die Verhältnisse auf dem Briefmarkt klar sind“, sagte der Chef des Postbank-Mutterkonzerns.
Zumwinkel schloss nicht aus, dass es bei der Post erstmals in der Konzerngeschichte zu Kündigungen kommen könnte. „Bei einem schnellen Umsatzeinbruch bleibt mir nichts anderes übrig, als Mitarbeitern auch zu kündigen“, sagte er der „FAZ“. Bei einem langsamen Schrumpfungsprozess würde sich der Umsatzverlust aber durch die normale Mitarbeiterfluktuation auffangen lassen. Im kommenden Frühjahr endet der mit der Gewerkschaft ver.di vereinbarte Kündigungsverzicht. Eine Verlängerung sei wegen der Unsicherheit auf dem Markt eine knifflige Frage, sagte Zumwinkel.
Konkrete Formen nehmen die Postpläne für den Vertrieb einer bundesweiten Gratiszeitung an. „Es gibt dafür viele Avancen aus dem deutschen Verlegerlager“, sagte Zumwinkel. Er will sich dabei nicht mit der Rolle des Auftragnehmers zufrieden geben, der die Zeitung für einen Verlag zustellt.
Die „FAZ“ berichtete außerdem vorab, Zumwinkels Äußerungen ließen erkennen, dass er seinen Ende November 2008 auslaufenden Vertrag als Vorstandschef nicht verlängern, sondern an die Spitze des Aufsichtsrates wechseln wolle. (AP)
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