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Lavakuppel am Vulkan Merapi eingestürzt

DAPD

11.06.2006

Ein Teil der Lavakuppel des indonesischen Vulkans Merapi ist nach einer gewaltigen Gaseruption eingestürzt.  Das Magma floss bis zu vier Kilometer die südlichen und westlichen Hänge des Vulkans hinab. Trotz der anhaltenden Gefahr ließen viele Bewohner am Fuß des Vulkans ihre Tiere weiden. Indonesien, Java, Kalikuning, Sonntag 11. Juni 2006 (AP Photo/Achmad Ibrahim)
Ein Teil der Lavakuppel des indonesischen Vulkans Merapi ist nach einer gewaltigen Gaseruption eingestürzt. Das Magma floss bis zu vier Kilometer die südlichen und westlichen Hänge des Vulkans hinab. Trotz der anhaltenden Gefahr ließen viele Bewohner am Fuß des Vulkans ihre Tiere weiden. Indonesien, Java, Kalikuning, Sonntag 11. Juni 2006 (AP Photo/Achmad Ibrahim)

Merapi/Indonesien - Bei einer gewaltigen Gaseruption ist ein Teil der Lavakuppel des indonesischen Vulkans Merapi eingestürzt. Dadurch hat sich der Druck und somit auch die Gefahr eines massiven Ausbruchs etwas vermindert, wie Wissenschaftler am Sonntag mitteilten. Sie betonten allerdings, dass der Vulkan auf der Insel Java nach wie vor eine tödliche Gefahr darstelle. Zuvor waren zahlreiche Anrainer in das evakuierte Gebiet am Fuße des rund 3.000 Meter hohen Berges zurückgekehrt.

«Jetzt kann das Magma in einen neuen Krater abfließen, die Kuppel wird stabiler», sagte der Vulkanologe Antonius Ratdomopurbo der Nachrichtenagentur AP. Für die 250.000 Dorfbewohner in der Umgebung des Vulkans sei die Gefahr jedoch keinesfalls vorüber. Ratdomopurbo verwies auf einen Riss am Fuße des Lavadoms, der nach der Explosion größer geworden sei. Durch ihn könne gefährliches heißes Gas austreten.

In 80 Explosionen stieß der Merapi am Sonntag wieder glühende Lava aus, allerdings kam es nur zu zwei Gaswolken, wie ein Beobachter der indonesischen Regierung erklärte. Im Vergleich dazu seien es am Samstag noch 43 Gaswolken gewesen. Das Magma floss bis zu vier Kilometer die südlichen und westlichen Hänge des Vulkans hinab.

Trotz der anhaltenden Gefahr ließen viele Bewohner am Fuß des Vulkans ihre Tiere weiden. «Ich habe keine Angst», sagte Suno Sudaraso, der sich nicht in Sicherheit bringen will. «Meine vier Kühe werden sterben, wenn ich sie nicht füttere. Sie sind mein Leben.» Regierungsmitarbeiter Sugiono erklärte, die meisten Bewohner wollten die Nächte nicht mehr in ihren Häusern verbringen und kämen nur am Tag zurück, um sich um ihre Tiere zu kümmern.

Bereits im Mai forderten die Behörden die Anwohner auf, sich in Sicherheit zu bringen. Insgesamt verließen bislang 35.000 Menschen ihre Häuser, tausende weitere weigerten sich jedoch, ihre Felder und Tiere allein zu lassen. Der Vulkanologe Mauro Rossi, der für die EU die Lage beobachtet, erklärte, die Menschen in der Region seien mit dem Katastrophenschutz vertraut. Sie könnten sich innerhalb von zehn Minuten in Sicherheit bringen.

Die indonesische Regierung und Hilfsorganisationen versicherten, ein Ausbruch des Merapis werde keinen Einfluss auf die Rettungsbemühungen nach dem schweren Erdbeben Ende Mai haben. «Wenn es einen gewaltigen Ausbruch geben würde, würden wir die Erdbebenopfer nicht im Stich lassen», erklärte der Chef des Katastrophenschutzes in Indonesien, Budi Atmaji Adimputro. UN-Sprecherin Amanda Pitt sagte, ein Ausbruch würde es nicht unmöglich machen, sich weiter um die Erdbebenopfer zu kümmern. «Jeder hat den Merapi im Kopf.»

(AP)

 

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