Nachrichten Deutschland – Lebenserwartung hat sich seit 1871 mehr als verdoppelt – Epoch Times Deutschland
The Epoch Times - Deutschland

Aktuelle Nachrichten – Deutschland

Lebenserwartung hat sich seit 1871 mehr als verdoppelt

Epoch Times Deutschland

14.04.2006

Was'n? Soooo alt soll ich wer'n?  Foto: Aboutpixel.de
Was'n? Soooo alt soll ich wer'n?

Foto: aboutpixel.de

Wiesbaden - Dank des medizinischen Fortschritts hat sich die Lebenserwartung in Deutschland seit 1871 mehr als verdoppelt. Ein 2004 geborener Junge erreicht einer neuen Modellrechnung zufolge durchschnittlich ein Alter zwischen 81,7 bis 84,9 Jahren; ein Mädchen wird 87,8 bis 90,4 Jahre alt, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden berichtete. Vor 135 Jahren konnten Jungen nur mit einer Lebenserwartung von 39,1 Jahren, Mädchen mit 42,1 Jahren rechnen.

Von den Männern des Geburtsjahrgangs 2004 werden der Modellrechnung zufolge rund 92 Prozent mindestens 65 Jahre alt und 62 Prozent sogar mindestens 85 Jahre alt werden. Bei den Frauen erreichen voraussichtlich 96 Prozent den 65. Geburtstag und sogar 80 Prozent den 85. Bislang waren die Statistiker davon ausgegangen, dass der deutsche, zwischen den Jahren 2002 und 2004 geborene Durchschnittsmann mit 75 Jahren stirbt, die Durchschnittsfrau mit 81 Jahren.

Dem neuen Modell zu Grunde liegt eine Generationensterbetafel, die zeigt, welche durchschnittliche Lebenserwartung ein heute neugeborenes Kind unter Berücksichtigung der möglichen künftigen Entwicklung der Sterblichkeit erreichen könnte. Voraussetzung ist, dass es keine Kriege sowie Umwelt- oder Wirtschaftskatastrophen geben wird, die sich nachhaltig negativ auf die Lebenserwartung auswirken.

Die geringere Lebenserwartung von deutschen Männern im Vergleich zu Frauen liegt nach Erkenntnissen von Psychologen hauptsächlich in der unterschiedlichen Lebensweise begründet. Männern passieren demnach häufiger Unfälle, sie sind im Beruf mehr Gefahren ausgesetzt und begehen in jedem Lebensabschnitt eher Suizid. Hinzu komme eine ungesündere, sorglosere Lebensweise des deutschen Durchschnittsmannes: Er trinkt mehr Alkohol, isst fettiger, raucht häufiger und geht seltener zum Arzt.

Bedrohung durch neue Krankheiten wie Fettleibigkeit

Das genetisch mögliche Alter des Menschen liegt nach Einschätzung des Jenaer Wissenschaftlers Peter Herrlich bei über 100 Jahren. Allerdings muss die Forschung auf diesem Gebiet noch viele kleine, mühsame Schritte über lange Zeiträume gehen, wie der Leiter des Leibniz-Instituts zur biomedizinischen Altersforschung kürzlich deutlich machte. Über das vergangene Jahrhundert sei die Lebenserwartung der Menschen jedes Jahr um drei Monate gestiegen. Es gehe linear nach oben, und noch immer sei kein Ende absehbar.

Daraus könne jedoch zur Zeit noch nicht schlüssig beantwortet werden, ob dafür ein genetisches Programm im Menschen angelegt sei, sagte Herrlich. Frühere Generationen hätten ihr genetisch mögliches Alter nicht erreichen können, weil sie durch Infektionen, durch Pest und Tuberkulose hinweggerafft worden seien. Man könne aber auch nicht sagen, ob dieser lineare Anstieg eines Tages aus Gründen einer Katastrophe, neuer Krankheiten wie der zunehmenden Fettleibigkeit oder aus Gründen des genetischen Programms beendet werde.

Neben den Fortschritten der Medizin wird für die längere Lebenserwartung auch eine veränderte Einstellung der Menschen verantwortlich: Der Mensch der frühen Neuzeit machte sich kaum Gedanken über den Tag hinaus. Er sah keinen Sinn darin, mehr anzustreben, als die Bedürfnisse der eigenen Familie Tag für Tag erforderten - weder mehr Geld noch mehr Vermögen und auch nicht mehr Lebenszeit.

© 2006 The Associated Press. Alle Rechte Vorbehalten - All Rights Reserved

Webnews einstellen
 
Anzeige
Anzeige