Foto: Pichler Verlag/ Michael Gries
Laut dem Deutschen UmweltDialog werden 20 Prozent der Lebensmittel in Deutschland weggeworfen. „Lebensmittelvernichtung" fällt immer öfter als Schlagwort. In den USA sind es bis zu 40 Prozent und die Tendenz steigt. Das schmeckt vielen gar nicht, Initiativen, wie „Mundraub" die online Streuobstwiesen ohne Besitzer verzeichnet, bilden sich, manche „Containern", um die Lebensmittelvernichtung abzulehnen, steigen also in Müllcontainer von Supermärkten und holen die originalverpackten Lebensmittel und Backwaren zum eigenen Gebrauch heraus.
In Europa werden sogar wieder Kurse in Resteverwertung angeboten, Krieg der Lebensmittelvernichtung - mit Mitteln die an die Sparsamkeit und Haushaltsführung im zweiten Weltkrieg erinnern.
Das Gewissen kocht mit
Wer Lebensmittelvernichtung und Verschwendung idiotisch findet, kann mit den Rezepten aus Tom Riederers Buch „Nur der Idiot wirft's weg" dagegen kochen. „Eine gute Küche benötigt drei Zutaten - ein gutes Produkt, eine gute Idee und vor allem Liebe zum Kochen", so Tom Riederer, der für seine regional inspirierte Küche vielfach ausgezeichnet wurde und mit seinem Kochbuch beweist, wie viel „Lecker" noch in so manchem Lebensmittel steckt.
„Idiotensicher" nachzukochen
Aus Mangel an Ideen wirft mancher Nahrungsmittel in den Mülleimer die noch einwandfrei sind. Es braucht eben mehr als nur gute Absicht und Umweltbewusstsein, damit aus Lebensmitteln kein moralisch „verwerflicher" Wohlstandsmüll wird. Brauchbare und schmackhafte Rezepte müssen her. Kreativität ist gefragt. Was soll noch aus den paar Haferflocken werden? Dem Rest Brot oder Schrumpeläpfeln? Riederers Buch bietet manche Lösung an.
Zwischen Öko-Innovation und Großmutters Tricks
Eine gute Mahlzeit aus Essensresten zuzubereiten bezieht sich hier nicht nur auf die Verwertung von Resten aus dem Kühlschrank. Innereien, Saurüssel und Geflügelleber vom Schlachter kommen in den Topf. Was Großmütter noch wussten und Riederer wieder hervor holt: ökonomisches Wirtschaften im Haushalt ist nicht nur effektiv und schont die Ressourcen der Umwelt, es ist auch schmackhaft. Manche Reste, Innereien und Lebensmittel sind geschmacklich besser als die zwei, drei Teile vom Tier, die man heute nur noch verwertet.
Das Buch ist alltagstauglich, kreativ und innovativ, so ist es auch gegliedert, statt nach Mahlzeit-Typ, nach Zutaten. (red)
Kostprobe aus dem Buch Nur der Idiot wirft's weg:
Ragout vom Sulmtaler Huhn
Zutaten:
500 9 Hühnerherzen (oder auch Hühnermägen)
Salz und Pfeffer
Thymian
Öl
250 ml Wasser
125 ml Rotwein
etwas Butter
Paprikapulver
Zubereitung:
Zuerst die Herzen von den Venen trennen, säubern und eventuell halbieren. Die abgetrockneten Herzen mit Salz, Pfeffer und Thymian würzen und in etwas Öl anbraten. Nach und nach etwas Wasser dazugeben und schmoren lassen, öfter umrühren. Paprikapulver mit etwas Sauce anrühren Und beigeben. Sobald das Wasser etwas eingekocht ist, die Herzen mit Rotwein bedecken und ca. 20 Min. weiterschmoren lassen. Falls die Sauce noch etwas flüssig sein sollte, zum Schluss mit etwas Butter einbinden. Dieses Ragout schmeckt am besten mit Reis oder Nudeln aber auch mit frischem Brot ist es ein wunderbarer Genuss!
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