Aktuelle Nachrichten Europa – Lehman-Geschädigte fordern Rückzahlung der Credit-Suisse-Boni – DAPD
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Boni-Rückzahlung Lehman-Geschädigte fordern Rückzahlung der Credit-Suisse-Boni

DAPD

03.02.2009

Zürich – Lehman-Geschädigte fordern von den Topmanagern der Credit Suisse die Rückzahlung ihrer Boni für die Jahre 2004 bis 2008. Das Geld soll den Totalausfall des Lehman-Investments der Kleinanleger decken. Das Traktandum wollen die geschädigten Kleinanleger an der nächsten Credit-Suisse-Aktionärsversammlung vorbringen.

Die Anleger-Selbsthilfe will die Rückzahlung der Boni an der Generalversammlung der Credit Suisse vom kommenden 24. April traktandieren, wie sie am Dienstag bekannt gab. Verlangt wird, dass Credit-Suisse-Verwaltungsratspräsident Walter B. Kielholz, Konzernchef Brady W. Dougan, Private-Banking-Chef Walter Berchtold, Chief Risk Officer D. Wilson Ervin, Group Chief Risk Officer Tobias Guldimann, Credit-Suisse-Schweiz-Chef Hans-Ulrich Meister sowie Robert Shafir als Verantwortlicher des Asset Management & Americas und ehemaliger Topshot von Lehman ihre Boni für die Jahre 2004 bis 2008 zurückzahlen. Das Geld soll geschädigten Kleinsparern zugutekommen, denen die Credit Suisse die Lehman-Papiere vermittelt hatte. Laut dem Zürcher Wirtschaftsanwalt Daniel Fischer, dem Rechtsvertreter der Anleger-Selbsthilfe, würde bei der Rückzahlung der Boni über 30 Millionen Franken zusammenkommen. Diese Summe würde problemlos ausreichen, um den Totalausfall der durch Lehman-Papiere zu Schaden gekommenen Kleinsparer zu decken. Die Anleger-Selbsthilfeorganisation spannt mit ihren Forderungen im Zusammenhang mit Lehman-Papieren fortan mit der Westschweizer Konsumentenorganisation FRC zusammen.

Um das Begehren den Aktionäre vorbringen zu können, braucht es eine Million Aktienstimmen. Die Kleinanleger vereinen laut Fischer lediglich ein paar Tausend Aktienstimmen auf sich. Die Anleger-Selbsthilfe und die FRC ersuchen deshalb Sympathisanten und vor allem die Vertreter von Organstimmen sowie die betroffenen Manager, ihre Aktien- und Depotstimmen für die Generalversammlung an die Anleger-Selbsthilfe zur Unterstützung des Antrags abzutreten und zu hinterlegen. Erste Signale zur Unterstützung vorhanden, sagte Fischer. Dem Antrag wehe sehr viel Sympathie entgegen.

Die Credit Suisse habe die Forderung der Selbshilfe-Organisation zur Kenntnis genommen, sagte Bankensprecher Georg Söntgerath auf Anfrage. Er erinnerte daran, dass die Credit Suisse jeden Fall individuell geprüft und inzwischen rund 2.000 Kunden, denen sie Lehman-Produkte vermittelt hatte, mit insgesamt gegen 100 Millionen Franken entschädigt habe. Bis auf vereinzelte hätten alle Kunden dieses Angebot angenommen.

Die Anleger-Selbsthilfe zählt laut eigenen Angaben 400 eingetragene Mitglieder. Bei der FRC haben sich ebenfalls rund 400 Leute aus der Westschweiz gemeldet, die auf Anraten der Credit Suisse kapitalgeschützte Lehman-Papiere erworben hatten. 45 Prozent der Geschädigten sind laut der Anleger-Selbsthilfe über 60 Jahre alt, wobei die Altersgruppe der 60- bis 70-jährigen mit 30 Prozent überproportional betroffen ist. 51 Prozent der Geschädigten haben mehr als einen Drittel ihres Geldes verloren. Lehman-Papiere seien zudem noch nach Bekanntwerden des ersten Lehman-Brothers-Quartalsergebnisses 2008 und vereinzelt sogar noch im August 2008 verkauft worden, also einen Monat vor dem Kollaps der US-Investmentbank Lehman Brothers. (AP)

 

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