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Mutige Österreicherin Letzte Anne-Frank-Helferin Miep Gies gestorben

DAPD

12.01.2010

Miep Gies auf einem Archivbild von 1998. Ein einziges Wort hat das Leben von Miep Gies komplett verändert: "Selbstverständlich", sagte sie im Frühjahr 1942 auf die Frage von Otto Frank, ob sie seiner Familie helfen werde, sich zu verstecken. Foto: AP Photo/Steve North, Archiv
Miep Gies auf einem Archivbild von 1998. Ein einziges Wort hat das Leben von Miep Gies komplett verändert: "Selbstverständlich", sagte sie im Frühjahr 1942 auf die Frage von Otto Frank, ob sie seiner Familie helfen werde, sich zu verstecken.

Foto: AP Photo/Steve North, Archiv

Zwei Jahre lang versorgte sie die zunächst vier und später acht Untergetauchten mit Lebensmitteln - trotz der Gefahr, in die sie sich damit brachte. Auf diesem Bild von 1945 sieht man Miep Gies, vorn links, Otto Frank, vorn Mitte, und Bep Voskuijl, vorn rechts, sowie Johannes Kleiman, links, und Victor Kugler, rechts.
Zwei Jahre lang versorgte sie die zunächst vier und später acht Untergetauchten mit Lebensmitteln - trotz der Gefahr, in die sie sich damit brachte. Auf diesem Bild von 1945 sieht man Miep Gies, vorn links, Otto Frank, vorn Mitte, und Bep Voskuijl, vorn rechts, sowie Johannes Kleiman, links, und Victor Kugler, rechts.

Foto: AP Photo/Anne Frank House, File

Amsterdam (apn) Im Alter von 100 Jahren ist die letzte Niederländerin gestorben, die der Familie von Anne Frank Zuflucht geboten hat. Miep Gies starb am Montag nach kurzer Krankheit, wie Maatje Mostart vom Anne-Frank-Museum in Amsterdam mitteilte.

Zusammen mit weiteren ehemaligen Angestellten von Anne Franks Vater half Otto Franks ehemalige Sekretärin der jüdischen Familie, die 25 Monate lang in einer Wohnung versteckt war. Miep Gies besorgte Lebensmittel, Bücher und andere Hilfen zum Überleben. Nach der Verhaftung der Familie bewahrte sie die Tagebuchaufzeichnungen von Anne Frank, die Anfang März 1945 im Alter von 15 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen bei Celle an Typhus starb – nur zwei Wochen vor der Befreiung des Lagers.

Gies behielt das Tagebuch zunächst unter Verschluss und erklärte, auch die Privatsphäre einer Jugendlichen müsse respektiert werden. Als sie es dann später gelesen hatte, sagte sie, dass sie die Aufzeichnungen vor 1945 hätte verbrennen müssen, da sie die „Helfer“ belastet hätten. Gies gab das Tagebuch an Otto Frank, den einzigen Überlebenden der Familie, der es 1947 veröffentlichte. Für ihren Einsatz erhielt Miep Gies mehrere Auszeichnungen, darunter auch in Israel und Deutschland.

Geboren wurde Miep Gies am 15. Februar 1909 mit dem Namen Hermine Santrouschitz in Wien. Wegen der damals herrschenden Lebensmittelknappheit in Österreich zog sie 1922 nach Amsterdam um. Ihre Gastfamilie gab ihr den Spitznamen Miep. 1933 nahm sie eine Arbeit als Büroassistentin im Gewürzhandelsunternehmen von Otto Frank an. Nachdem sie sich 1941 geweigert hatte, einer NS-Organisation beizutreten, entging sie der drohenden Deportation nach Österreich durch die Heirat mit ihrem niederländischen Freund Jan Gies.

Im Juli 1942 bat sie Otto Frank, der bedrängten Familie Unterschlupf zu bieten. „Ich antwortete: Ja, natürlich!“ erinnerte sich Miep Gies Jahre später. Miep und Jan Gies halfen zusammen mit vier weiteren Mitarbeitern des Unternehmens von Otto Frank, dessen Familie in einem Gebäude in der Prinsengracht 263 zu verstecken.

Jan Gies starb 1993. Das Paar hinterlässt einen Sohn und drei Enkel. (AP)

http://www.annefrank.org http://www.annefrank.nl/

 

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