Alles erlaubt – die Trends der Möbelmesse MOW in Salzuflen

Vom 20. bis 24. September hat in Bad Salzuflen in Ostwestfalen die Möbelmesse M.O.W. stattgefunden. Die Organisatoren zeigten sich äußerst zufrieden. Die Qualität der Aussteller habe ebenso überzeugt wie das …

Vom 20. bis 24. September hat in Bad Salzuflen in Ostwestfalen die Möbelmesse M.O.W. stattgefunden. Die Organisatoren zeigten sich äußerst zufrieden. Die Qualität der Aussteller habe ebenso überzeugt wie das auf den Endkunden ausgerichtete Möbel-Angebot. Die Trends der Messe liegen im Bereich der Individualität – zudem war bei vielen neuen Entwicklungen eine Tendenz zu mehr Kreativität zu erkennen, frei nach dem Motto: Erlaubt ist, was gefällt.

Die M.O.W. auf der Messe Ostwestfalen war in diesem Jahr eine sehr internationale Angelegenheit. Die Veranstalter freuten sich über unerwartet hohen Zuspruch aus England, Skandinavien, Spanien oder der Schweiz. Zudem seien wie gewohnt viele Niederländer, Österreicher und Belgier vertreten gewesen. Insgesamt konnte man fast 30 Prozent an internationalen Besuchern vermelden. Aus 59 Nationen reisten die 4.852 Handelsunternehmen und insgesamt über 12.000 Fachbesucher an, damit konnte das Vorjahres-Niveau noch einmal gesteigert werden. „Die M.O.W. ist eine Messe mit besonderem Flair. Wir erleben selten eine Fachveranstaltung, auf der es sich so entspannt und konzentriert arbeiten lässt“, konstatierten auch die Teilnehmer.

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Die Stimmung sei gut gewesen, so der Veranstalter. Ein reger Austausch und stressfreie sowie gemütliche Kontakte unter den Ausstellern seien weitere Merkmale der Veranstaltung gewesen. Dank entscheidungskräftiger Einkäufer konnte man in diesem Jahr gute Ergebnisse vorweisen. Besucher sowie Aussteller seien zudem mit dem persönlichen Messe-Service der M.O.W zufrieden gewesen. Der Veranstalter hatte einen Shuttle-Dienst organisiert, sich um eine gesellige Messe-Party gekümmert und mit kostenfreien Extras wie Eintritt, Katalog, Parken und Bewirtung geglänzt.

M.O.W.: Volle Bandbreite, mehr Individualität

Zu sehen gab es verkaufsfertige, serienreife Modelle für die Mitte des Marktes. Von konventionellen Einrichtungen, jungem Wohnen oder SB über Systemprogramme bis hin zu Werbeware und Aktions- und Frequenzbringern für alle Wohnbereiche und für alle Vertriebsschienen von Discounter und Fachmarkt über Filiale und Großfläche bis hin zum Online-Shop war eine ganze Bandbreite an Ausgestelltem zu finden, das den Fachbesucher eines jeden Möbel-Unternehmens zufriedenstellen konnte.
Einen Schwerpunkt legte das Angebot der M.O.W. in diesem Jahr auf direkt auf den Endkunden ausgerichtete Möbel, unter der Berücksichtigung von dessen Wohnwünschen und Vorlieben. Individualisierbare Produkte sollen auf das Bedürfnis der Menschen eingehen, ihren Wohnraum von dem anderer abheben. Die Branche spricht von „Individualisierung mit System“. M.O.W.-Sprecherin Kaja Möller bringt es auf den Punkt: „Niemand will so wohnen wie sein Nachbar.“

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Die Möbelhäuser reagieren auf dieses Bedürfnis mit einer Individualisierung ihres Angebots. Die Wellemöbel GmbH bietet zum Beispiel über 100.000 Farbvariationen bei ihren Schlafzimmerschränken für die einzelnen Elemente, z.B. Griffe, an. Beschläge, Türen oder die Front können einzeln eingefärbt werden. Zudem konnte der Trend erkannt werden, dass flexible Einzelmöbel zunehmend die großen Schrankwände ersetzen oder zerlegbare Modulsofas die sperrigen Riesensofas immer weiter ablösen.

Auch Kuriositäten zu sehen – Umbruch in der Möbelbranche

Auf der M.O.W. 2015 sind auch viele Kuriositäten unter den Möbeln zu sehen gewesen. Besonders von Fahrzeugen haben sich manche Designer offenbar inspirieren lassen: So konnte man sich in Bad Salzuflen unter anderem einen Stehtisch mit einer alten LKW-Motorhaube ansehen. Zudem konnte der aufmerksame Messebesucher einen Hocker mit einem ausgedienten Treckersitz entdecken oder ein Kinderbett, das im Stil eines weißen Sportautos mit Matratze designt war.
Auch auf anderer Ebene waren extravagante Kreationen zu bestaunen: Möbel im Retrostil sowohl der 60er als auch der 70er Jahre waren da ebenso zu finden wie solche im Vintage-, Gothic- oder Shabby-Chic-Stil. Eine neue Möbelklasse sind die „recycelten“ Möbel. Hier sollen Lackreste oder nachträgliche Gebrauchsspuren für das entscheidende Quäntchen Charme sorgen. Besonders beim jungen Wohnen fand man alles Mögliche quer durch die Bank. Die Stilpalette in diesem Bereich geht bis hin zu Country oder dem Almhütten-Stil. Auf der anderen Seite kann man in dieser Kategorie aber auch modernere Elemente wie das Loft finden.
Bei aller Vielfalt – bunt ging es nicht unbedingt zu bei der M.O.W., zumindest was die Farbauswahl der Möbeldesigner anbelangt. Im Vergleich zum Vorjahr waren die Farbkombinationen deutlich dezenter gewählt, Weiß, Grautöne sowie schlamm- und holzfarbene Elemente herrschten vor. Im Bereich der Polster konnte man öfters limonen-, blau- oder türkisfarbene Akzente bestaunen.

Zudem war in Ostwestfalen eine spannende Tendenz zu beobachten: Die Branche befindet sich im Umbruch, gerade in der Mitte des Marktes. So wurden kurz vor dem Start der Messe die Gerüchte um Möbel Mahler und die Lutz-Gruppe immer lauter. Die Konzerne verhandeln über eine Aufnahme von Mahler in die XXX-Kette. Einige mittelgroße Marken haben sich wieder berappelt und sind gerade dabei, sich neu aufzustellen. Für viele Möbel-Importeure könnte es bald aber eng werden: Osteuropäische Hersteller wie Jelinek oder Stolline suchen mittlerweile vermehrt den direkten Marktzutritt in Deutschland.

Der Herbst 2015: Möbelmessen wohin man blickt

Die nächsten Möbelmessen lassen in diesem Herbst nicht lange auf sich warten: Gleich im Anschluss an die M.O.W. gingen die Hausmessen Oberfranken vom 27. bis zum 30. September über die Bühne. Jetzt läuft gerade die Hausmesse Süd, parallel dazu findet in Dortmund die Messe Wohnen & Einrichten statt. Hersteller wie friboss oder vladon können sich also aussuchen, wo sie ihre Produkte platzieren. Die vielen Messen im Herbst haben einen Grund: „Nach einigen Ausflügen bei der Terminwahl ist der Herbst wieder zu dem Ordertermin der Möbelbranche geworden“, so Ostwestfalen-Messechef Schäfermeier.
Die M.O.W. gibt es in dieser Form seit 2012. Seit der Auflage vor drei Jahren, die vom 22. bis 26. September 2012 über die Bühne ging, konzentriert sich die Messe auf den zentralen Standort in Bad Salzuflen auf der Messe Ostwestfalen und versucht damit, Kräfte zu bündeln. Zuvor hatte es neben dem Hauptstandort in Ostwestfalen weitere Nebenstandorte gegeben. Bad Salzuflen werde damit der neue zentrale „Point of Furniture“, wie der Veranstalter damals stolz bekannt gegeben hatte.

Zudem erhielt die Möbelmesse ein neues Konzept, das mehr auf den Bedarf von Einkaufsverbänden, Filialisten, Konzernen, Versendern, Bau- und Heimwerker-Märkten und konventionellen sowie SB-Spezialisten zugeschnitten sein soll. Das Konzept mit einer zentralen Messe in Bad Salzuflen funktioniert offenbar. So konnte Messe-Ostwestfalen-Geschäftsführer Bernd Schäfermeier erklären, dass rund 90 Prozent der Aussteller in Deutschland auf keiner anderen Messe ausstellen würden als auf der M.O.W.
Auch über die Entwicklung hin zu mehr Internationalität konnte Schäfermeier sich sehr freuen. Die M.O.W. sieht Schäfermeier auf dem absolut richtigen Weg. Sie sei laut dem Messechef im Herbst die größte Möbelmesse Europas. Der Standort sei zudem ausgezeichnet gewählt: die Region Ostwestfalen-Lippe sei eine absolute Möbel-Hochburg. Hier würden ein Viertel aller Möbelumsätze Deutschlands erzielt. (red)