London – Großbritannien will offenbar bereits in den nächsten Wochen einen Teilabzug seiner Truppen aus dem Irak einleiten. Nach BBC-Informationen sollen zunächst 1.500 Soldaten in ihre Heimat zurückkehren. Bis Ende des Jahres könnten insgesamt 3.000 der 7.100 Soldaten abgezogen werden, falls die Sicherheitslage im Süden Iraks dies zulässt.
Ein britischer Regierungsbeamter bestätigte, dass Premierminister Tony Blair am (heutigen) Mittwoch im Unterhaus eine Erklärung zu den britischen Truppen im Irak abgeben werde. Blair führte am Dienstag ein Videotelefongespräch mit US-Präsident George W. Bush. Ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats der USA, Gordon Johndroe, sagte anschließend, Bush betrachte die geplante Verringerung der britischen Truppenstärke im Irak als Erfolg der Bemühungen um mehr Sicherheit. „Der Präsident ist dankbar für die Unterstützung der britischen Truppen in der Vergangenheit und bis in die Zukunft“, sagte Johndroe und fügte hinzu: „Wir wollen ebenfalls unsere Truppen nach Hause bringen.“
Zunächst aber verstärken die USA ihren Truppen im Irak um 21.000 Mann, um mit einer neuen Offensive gegen Aufständische im Großraum Bagdad vorzugehen. Die britischen Truppen sind vor allem in Basra und Umgebung stationiert. Dort sollen künftig die irakischen Streitkräfte die Verantwortung für die Sicherheit übernehmen.
Im Januar hatte Blair erklärt, er werde dem Unterhaus seine Vorstellungen zur weiteren Strategie im Irak erläutern, sobald der als „Operation Sinbad“ bezeichnete Einsatz gegen den Einfluss von Milizen in der südirakischen Stadt Basra abgeschlossen sei. Am Sonntag teilte Blair mit, dass dies der Fall sei. Schatzkanzler Gordon Brown, der wahrscheinlich im September die Nachfolge Blairs antreten soll, hat sich für den Abzug von mehreren tausend Soldaten bis Ende des Jahres ausgesprochen.
Großbritannien hat nach den USA die meisten Truppen im Irak aufgeboten. Militärisch präsent sind noch Südkorea (2.300 Mann), Polen (900), Australien und Georgien (jeweils 800), Rumänien (600) und Dänemark (460). Die Truppen aus Italien und der Slowakei wurden bereits abgezogen. Auch Südkorea und Dänemark wollen den Abzug einleiten.
(AP)
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