London - Der Wal, der sich in London in die Themse verirrt hatte, ist am Samstag während des Rettungseinsatzes von Tierschützern verendet. Das teilte die Gesellschaft zur Verhinderung von Grausamkeit gegen Tiere mit. Er sei zu lange aus dem Wasser gewesen, weshalb sich sein Zustand ständig verschlechtert habe. Tierschützer hatten den sechs Meter langen Nördlichen Entenwal aus dem Wasser geborgen, auf ein Boot geladen und wollten ihn auf das offene Meer bringen, um ihn dort wieder auszusetzen.
Der Wal war am Freitag in London aufgetaucht. Nachdem die Tierschützer ihn über Nacht aus den Augen verloren hatten, strandete er am Samstag nahe der Albert-Brücke. Die Tierschützer schoben ihm Luftkissen unter und übergossen ihn mit Wasser.
Zahlreiche Londoner verfolgten die verzweifelten Rettungsbemühungen vom Ufer aus. Die Polizei, die mit zunehmendem Andrang eine Brücke sperren musste, schätzte die Menge auf 2.000 bis 3.000 Menschen.
Alte, kranke oder verletzte Wale verlieren nach Angaben der Gesellschaft zum Schutz von Walen und Delfinen häufig die Orientierung und verlassen ihre Gruppe. Augenzeugen berichteten am Freitag noch von einem weiteren Wal in der Themse. Bereits in der vergangenen Woche waren zwei Entenwale an für die Jahreszeit untypischen Orten im Nordosten Schottlands gesehen worden. Diese Entwicklungen könnten nach Einschätzung Sadlers auf Störfaktoren für die Wal-Population in der Nordsee hinweisen.
Nördliche Entenwale sind gesellig und leben normalerweise in Schulen bis 50 Tieren. Ihre Verbreitung ist auf den Nordatlantik beschränkt. Sie gelten als neugierig und nähern sich gern Booten.
David Stringer
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