Aktuelle Nachrichten – Umwelt
29.06.2010
Foto: Erik Gay/AP Photo
Miami (apn) Der US-Staat Louisiana befürchtet wegen des Tropensturms „Alex“ eine Verschärfung der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko. Der Sturm, der sich zum Hurrikan auszuwachsen droht, könnte den Ölteppich noch weiter in die ökologisch empfindliche Barataria-Bucht treiben, sagte Gouverneur Bobby Jindal am Montag. In der Bucht leben unter anderem Alligatoren und Weißkopf-Seeadler. Auch zahlreiche Zugvögel aus der Karibik und Südamerika machen dort Rast.
Die Regierung versicherte unterdessen, die Bemühungen zur Eindämmung des aus dem Meeresboden hervorquellenden Ölstroms würden durch den Sturm nicht beeinträchtigt. Der Tanker, mit dem das Öl abgesaugt wird, könne auch vier Meter hohen Wellen standhalten, erklärte der Chef der US-Küstenwache, Thad Allen.
Nach den bisherigen Prognosen wird „Alex“ nicht direkt über die Unglücksstelle im Golf von Mexiko hinwegziehen. Das Zentrum des Sturms ziehe auf die texanisch-mexikanische Grenze zu und damit von der Ölpest vor der Küste Louisianas weg, teilte das Nationale Hurrikanzentrum in Miami mit. Es wurde erwartet, dass der Sturm an Stärke gewinnt. Für Teile der texanischen und der mexikanischen Küste wurde eine Hurrikanwarnung erlassen. Der Wellengang könne aber auch für die Arbeiten zur Eindämmung der Ölpest vor Louisiana problematisch werden, warnten die Meteorologen in Miami.
Allen erklärte dagegen, wenn „Alex“ den vorhergesagten Verlauf nehme, könnten die Ersatzbohrungen im Golf von Mexiko wie geplant Mitte August abgeschlossen werden. Der Ölkonzern BP will mit zwei neuen Bohrlöchern den Druck von der defekten Bohrleitung nehmen, aus der seit dem 20. April vermutlich rund 500 Millionen Liter Öl geströmt sind. (AP)
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