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Long Term Evolution LTE–Mobilfunkstandard mit Startschwierigkeiten

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30.10.2012

Hochgeschwindigkeit mit LTE.   Foto: Harald Wanetschka  / pixelio.de
Hochgeschwindigkeit mit LTE.

Foto: Harald Wanetschka / Pixelio

Die mobile Internetnutzung nimmt stetig zu. Mobile Endgeräte, vor allem das Smartphone, erfreuen sich einer zunehmenden Beliebtheit. Immer mehr Fotos und Videos werden mit ihnen von überall aus ins Internet gestellt oder angeschaut. Um mit diesem gigantischen Datenhunger zurecht zu kommen, investieren die Netzprovider hohe Summen, um ihre Netze entsprechend auszubauen. Allen voran steht der neue Mobilfunkstandard LTE. Allerdings wird dessen Ausbau immer mehr zu einem Problem.

Die Deutsche Telekom, Vodafone und O2 haben zusammen Milliarden in den Ausbau ihrer LTE-Netze investiert, mit denen zukünftig auch auf dem Land schnelles Internet ermöglicht werden soll. In einigen deutschen Städten können damit bereits Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 MBit/s im Downstream erreicht werden. Nun wird die Bundesnetzagentur immer mehr zu einem Problem, da es aktuell rund 22 Wochen dauert, um eine Genehmigung für eine einzige LTE-Station auszustellen.

Über 10.000 Anträge sollen sich derzeitig dort stauen. Laut Vodafone-Deutschlandchef Schulte-Bockum ist dies extrem ärgerlich, da man mehrere Millionen Euro in Technik investiert hat, die nun für längere Zeit ungenutzt "herumdümpeln". Der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Dieter Kempf, bezeichnete diesen Zustand unlängst sogar als "untragbar".

Dennoch sieht Schulte-Bockum derzeitig von Schadensersatzansprüchen gegenüber der Netzagentur ab. Ihm sind Lösungen wichtiger. Dies täuscht aber nicht darüber hinweg, dass in der Branche immer mehr Stimmen laut werden, die das Treiben der Bundesnetzagentur in Frage stellen und den Bund zukünftig mehr in die Pflicht nehmen wollen.

LTE in Deutschland weitgehend unbekannt

Laut der Studie "Global Mobile Consumer Survey" des Beratungsunternehmens Deloitte, für die 2.000 Mobilfunkkunden befragt wurden, kennen 42 Prozent der Befragten den Mobilfunkstandard LTE nicht. Das größte Interesse geht derzeitig von den 18- bis 34-Jährigen aus. 24 Prozent von ihnen sind damit bereits vertraut.

"Die Vorteile von LTE müssen durch die Anbieter deutlicher herausgestellt werden", so Dr. Andreas Gentner, Partner bei Deloitte. Der Mehrwert für den Nutzer muss seiner Meinung nach klar erkennbar sein. Potentielle Kunden müssen geeignete Applikationen wie Videotelefonie und Streaming kennen und wissen, welch hohe Geschwindigkeit mit LTE möglich ist. Diese ist bis zu 100 Mal schneller als bei der einfachsten DSL-Leitung und kann z. B. mit einem LTE Speed Test überprüft werden.

LTE-Probleme auch beim iPhone 5

Das kürzlich eingeführte iPhone 5 unterstützt LTE. Allerdings funkt das Apple-Smartphone nur auf der Frequenz von 1800 Megahertz. Dieser Frequenzbereich gehört der Telekom, die iPhone-Nutzern somit als einziger Anbieter den Datenturbo anbieten können. E-Plus verfügt zwar auch über die 1800er-Frequenzen hat aktuell aber noch kein eigenes LTE-Netz. Es dürfte mehr als fraglich sein, ob Apple deswegen einen neuen Chipsatz im iPhone 5 verbauen wird, um den Wettbewerb im Gleichgewicht zu halten. (sfr/sq)

 

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