Aktuelle Nachrichten – Unternehmen
01.02.2009
Hamburg – Die Lufthansa will in den wirtschaftlichen Turbulenzen ohne staatliche Unterstützung Kurs halten. „Wir brauchen keine Hilfe“, sagte Konzernchef Wolfgang Mayrhuber dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Das gelte auch für die anderen europäischen Fluggesellschaften.
Doch forderte er von der Politik, weitere Belastungen und Auflagen für die Branche wie Nachtflugverbote, Emissionshandel, Sicherheitskosten oder übertriebene Auflagen bei Zusammenschlüssen zu vermeiden.
Mayrhuber warnte vor einer Wettbewerbsverzerrung. „Es gibt auch Hinweise darauf, dass die USA ihren maroden Airlines helfen möchten. Ich hielte das für einen Fehler, denn Protektionismus und Subventionen produzieren nur neue Probleme“, kritisierte der Vorstandsvorsitzende. Sollten die Konkurrenten in den USA solche Hilfe erhalten, hätte das mit fairem Wettbewerb nicht mehr zu tun. „Wir haben solche Phasen schon mehrfach durchlitten.“
Bei der Frachttochter Cargo müssen 2.600 Lufthanseaten in Kurzarbeit. Mayrhuber schloss eine Ausweitung auf weitere Beschäftigte nicht aus. „Aus heutiger Sicht ist das nicht geplant, aber es hängt natürlich von der weiteren Wirtschaftsentwicklung ab.“ Eine Stornierung von Bestellungen sei derzeit ebenfalls nicht geplant – die Lufthansa will Ende des Jahres ihren ersten Großraumjet vom Typ Airbus A380 in Betrieb nehmen.
Die Nachfrage sei um durchschnittlich zehn Prozent eingebrochen, sagte der Lufthansa-Chef. Aber die aktuelle Situation sei nicht mit vorangegangen Krisen wie nach den Terroranschlägen vom September 2001 oder etwa der SARS-Krise in Asien zu vergleichen, bei der bestimmte Strecken quasi über Nacht ausgefallen seien. „Eher sitzen wir in einem großen Teich, und der Wasserspiegel sinkt. Die Frage ist: Wann fangen die Frösche an zu quaken?“ (AP)
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