Unternehmen – Lufthansa wirbt um Austrian Airlines – DAPD
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Air China auch Interesse an der AUA? Lufthansa wirbt um Austrian Airlines

DAPD

25.08.2008

Eine Maschine der Austrian Airlines, AUA, steht am Montag, 25. Aug. 2008 auf dem Flughafen Wien-Schwechat während im Hintergrund eine Lufthansa-Maschine startet. Die deutsche Fluglinie Lufthansa hat nun offiziell ihr Interesse an einer Beteiligung an der AUA geäussert und steigt in den Bieterwettstreit ein. (AP Photo/Hans Punz)
Eine Maschine der Austrian Airlines, AUA, steht am Montag, 25. Aug. 2008 auf dem Flughafen Wien-Schwechat während im Hintergrund eine Lufthansa-Maschine startet. Die deutsche Fluglinie Lufthansa hat nun offiziell ihr Interesse an einer Beteiligung an der AUA geäussert und steigt in den Bieterwettstreit ein. (AP Photo/Hans Punz)

Frankfurt/Wien – Drei Jahre nach der erfolgreichen Swiss-Übernahme will die Lufthansa nun in Österreich expandieren. Die größte deutsche Fluggesellschaft stieg in den Bieterwettbewerb um die angeschlagene österreichische Austrian Airlines (AUA) ein und meldete offiziell ihr Interesse an. Das teilte ein Konzernsprecher am Montag mit. Die Regierung in Wien will sich rasch von ihrem 42,8-Prozent-Anteil an der AUA trennen.

Die Lufthansa, die mit der österreichischen Airline bereits im Rahmen der Star Alliance und eines Joint Ventures für den bilateralen Verkehr zusammenarbeitet, gilt als Favorit in dem Poker. Auch Air France-KLM, Turkish Airlines und Air China wird Interesse an der AUA nachgesagt, die in diesem Jahr nach eigenen Angaben in die roten Zahlen rutschen dürfte.

Air France-KLM lehnte am Montag eine Stellungnahme zu der Frage ab, ob man ein informelles Angebot abgegeben habe. Eine Sprecherin verwies darauf, dass die Bank Lazard engagiert worden sei, um den französisch-niederländischen Konzern über einen eventuellen AUA-Kauf zu beraten.

Gute Erfahrungen mit Swiss-Übernahme

Die Bieter hatten bis Sonntag Zeit, ein unverbindliches Angebot bei der von der Staatsholding ÖIAG beauftragten Investmentbank Merrill Lynch abzugeben. Die ÖIAG erklärte am Montag nach Angaben der österreichischen Nachrichtenagentur APA, sie wolle weder Zahl noch Namen der Interessenten bekanntgeben.

Die österreichische Regierung hatte Anfang August die Privatisierung der AUA beschlossen. Bedingung ist, dass 25 Prozent in österreichischer Hand bleiben. Die Lufthansa wollte sich am Montag nicht zu der Frage äußern, ob der deutsche Branchenprimus langfristig an einer vollständigen Übernahme interessiert sei. Ein Sprecher verwies lediglich auf eine Äußerung von Konzernchef Wolfgang Mayrhuber, der Mehrheitsbeteiligungen generell als sinnvoller bezeichnet habe.

Weitere Auflagen betreffen laut APA den Standort der AUA, der in Wien bleiben soll, und die Arbeitnehmerrechte. Von der ÖIAG als geeignet eingestufte Investoren erhalten demnach zusätzliche Informationen und dann bis zum 12. September Zeit, ihre Konzepte zu präsentieren.

Die AUA erwartet im Geschäftsjahr 2008 einen Verlust zwischen 70 und 90 Millionen Euro. Die Fluggesellschaft ist nicht zuletzt wegen ihrer starken Stellung auf dem osteuropäischen Markt interessant.

Die Lufthansa war zuletzt 2005 mit der Übernahme und einer gelungenen Integration der Swiss erfolgreich auf Einkaufstour gegangen. Ein LH-Sprecher unterstrich jedoch, jeder Zusammenschluss habe seinen eigenen Charakter. Die positiven Erfahrungen mit der Swiss seien nicht 1:1 auf andere Unternehmen anzuwenden.

Iberia und Alitalia suchen Anschluss

Der AUA-Verkauf treibt die Konsolidierung der kriselnden Luftfahrtbranche weiter voran. In Europa dürften dabei die drei großen Konzerne Lufthansa, Air France/KLM und British Airways die entscheidenden Rollen spielen. Nicht zuletzt die hohen Kerosinpreise setzten vor allem die kleineren Unternehmen unter Druck.

Derzeit verhandeln der Lufthansa-Konkurrent British Airways und die spanische Iberia über eine Fusion. In Italien sucht die Regierung einen Käufer für die schwer angeschlagene Alitalia. (AP)

 

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