Aktuelle Nachrichten – Psyche
18.12.2008
Frankfurt/Main – Machtbewussten Menschen mangelt es an Mitgefühl. Eine niederländische Studie zeigt, dass sich das Streben nach Macht und die Fähigkeit zu Anteilnahme gegenseitig weitgehend ausschließen.
Bei den Teilnehmern der Untersuchung prüften die Psychologen der Universität Amsterdam zunächst die Stärke des jeweiligen Machtbewusstseins. Dann teilten die Forscher die Probanden per Los in Zweiergruppen ein, in denen jeder dem Gegenüber ein besonders aufwühlendes Erlebnis aus seinem Leben schildern sollte.
Die anschließenden Berichte der Teilnehmer zeigten, dass die belastenden Erfahrungen die machtbewussten Zuhörer wenig beeindruckten. Dass das Gehörte diese kalt ließ, bestätigte auch die bei den Gesprächen aufgezeichnete Herztätigkeit. Diesen Eindruck hatten übrigens auch die Erzähler selbst: Sie fühlten sich jenen Zuhörern stärker verbunden, die von den Psychologen als wenig machtbewusst eingestuft worden waren.
Zwischen ausgeprägtem Machtbewusstsein und fehlendem Mitgefühl sehen die Forscher in der Zeitschrift „Psychological Science“ eine direkte Beziehung: Das mangelnde Einfühlungsvermögen verstärke das Gefühl der sozialen Macht. Dies bringe zwar etliche Vorteile, so die Psychologen, beeinträchtige aber letztlich die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen.
(Quelle: Psychological Science“, Vol. 19, S. 1315-1322) (AP)
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