Geschichte - Erkenntnisse und Fakten – Madonnen, Monumentalwerke und abstrakte Malerei – Patricia Czarkowski
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Martin-Gropius-Bau in Berlin Madonnen, Monumentalwerke und abstrakte Malerei

Patricia Czarkowski

21.09.2011

"Wir wollen zur Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen beitragen", sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich.  Miniaturen von Lucas Crananch d. Ä.  Foto: Michael Sohn/AP Photo
"Wir wollen zur Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen beitragen", sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich. Miniaturen von Lucas Crananch d. Ä.

Foto: Michael Sohn/AP Photo

Berlin – Es ist eine Mammutaufgabe, die Geschichte der Nachbarländer Polen und Deutschland in einer einzigen Ausstellung wiederzugeben. Doch der Martin-Gropius-Bau in Berlin und das Königsschloss in Warschau haben sich mit der Schau "Tür an Tür. Polen – Deutschland. 1000 Jahre Kunst und Geschichte" dieser Herausforderung gestellt. Erstmals ist nun die tausendjährige Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen in Berlin zu sehen. Am Mittwoch wurde die Schau feierlich von Bundespräsident Christian Wulff und dem polnischen Präsidenten Bronislaw Komorowski eröffnet.

Die Ausstellung, die 19 Säle umfasst, beginnt mit dem Heiligen Adalbert und Richeza, die den späteren König Mieszko II. heiratete und 1025 Königin von Polen wurde. Mit 22 Themenbereichen führt die Schau durch die verschiedenen Epochen und präsentiert eine Vielfalt künstlerischer Ausdrucksformen: Ölbilder, Büsten und Installationen sind zu sehen, aber auch Skulpturen, Litographien, Gebetbücher, Schmuck, Fotografien und Filme. Im Lichthof des Martin-Gropius-Baus wird zudem unter anderem die Geschichte der Schlacht von Tannenberg im Jahr 1410 thematisiert. Das Monumentalgemälde "Die Preußische Huldigung" von Jan Matejko wurde dafür aus Krakau geliehen.

Wulff betonte, die Nachbarschaft von Polen und Deutschland sei geschichtlich und politisch vielfach schwierig gewesen. "Eine Nachbarschaft in Auseinandersetzung, die oft durch Gewalt, Krieg, Teilung und Vertreibung geprägt war", sagte der Bundespräsident. Es sei ein "bedeutender Tag" für das deutsch-polnische Verhältnis, wenn nun in einer Ausstellung die Gemeinsamkeiten und das Trennende der Geschichte beider Länder dargestellt würden.

Schau soll deutsch-polnische Beziehungen verbessern

Einmalig ist, dass im Martin-Gropius-Bau mit der Hilfe von Sammlungen aus ganz Europa alle zehn erhaltenen Kupferstichmotive und alle bekannten Zeichnungen des Bildschnitzers Veit Stoß ausgestellt werden. Stoß war Bürger Nürnbergs und Krakaus: Sein Werk steht in der Ausstellung für die enge kulturelle Verbindung beider Städte im 14. und 15. Jahrhundert. Die Schau behandelt unter anderem die Landshuter Hochzeit, den Deutschen Orden, die Internationale Gotik, den Ersten und Zweiten Weltkrieg sowie die Solidarność-Bewegung und den EU-Beitritt. Werke bekannter Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts werden auch gezeigt: Andrzej Wróblewski ist ebenso vertreten wie Anselm Kiefer, Gerhard Richter, Willi Baumeister und Piotr Uklanski.

Mit der Ausstellung, die noch bis zum 9. Januar 2012 zu sehen ist, verfolgen die Organisatoren ein konkretes Ziel. "Wir wollen zur Verbesserung der deutsch-polnischen Beziehungen beitragen", sagte der Direktor des Martin-Gropius-Baus, Gereon Sievernich. Es sei nicht leicht gewesen, eine Zeitspanne von 1.000 Jahren in eine Schau zu bringen. "Ich bin aber überzeugt, dass der Versuch, die tausendjährige Geschichte in 800 Exponate zu fassen, sehr gelungen ist", sagte Sievernich. Der Besucher sollte sich allerdings zwei bis drei Stunden Zeit für seinen Rundgang durch die Ausstellung nehmen.

 

(dapd)

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