Aktuelle Nachrichten – Deutschland
31.01.2012
Foto: Jens Koehler/dapd
Kap Arkona – Fünf Wochen nach dem großen Kreideabbruch auf der Insel Rügen am Kap Arkona ist am Dienstag am Strand der Steilküste eine Mädchenleiche gefunden worden. Der Bekleidung nach handle es sich eindeutig um das seit Weihnachten vermisste zehnjährige Mädchen aus Brandenburg, sagte Putgartens Bürgermeister Ernst Heinemann (Bündnis für Rügen).
Mitarbeiter des Fördervereins Kap Arkona hatten die Mädchenleiche am Morgen während eines täglichen Kontrollgangs am Strand von Kap Arkona entdeckt. Zu diesem Zeitpunkt habe auf Rügen schwerer Sturm geherrscht, sagte Heinemann. Es sei unklar, ob die Mädchenleiche verschüttet und freigespült oder ob sie von den bis zu einen Meter hohen Wellen vom Meere aus an Land gespült worden sei. Die Angehörigen des Mädchens seien benachrichtigt worden, sagte Heinemann.
Endgültige Gewissheit über die Identität der Mädchenleiche werde eine noch für Dienstag geplant Obduktion ergeben, sagte ein Polizeisprecher. Mit einem Ergebnis wurde am späten Abend gerechnet. Es liege aber nahe, dass es sich um die vermisste Katharina aus Brandenburg handle.
Am Zweiten Weihnachtsfeiertag war eine Familie aus Brandenburg bei einem Spaziergang auf Rügen unterhalb der 38 Meter hohen Steilküste am Strand von Kap Arkona von herabstürzenden Kreide- und Mergelmassen erfasst worden. Die Mutter und die 15-jährige Schwester der Vermissten konnten verletzt gerettet werden.
Trotz mehrtägiger Suche am Strand von Kap Arkona durch zeitweise über 150 Einsatzkräfte von Feuerwehren und Technischem Hilfswerk (THW) konnte das Mädchen nicht gefunden werden. Auch der Einsatz eines schweren Baggers brachte keinen Erfolg. Die Arbeiten waren daraufhin vor drei Wochen eingestellt worden. An einer Trauerfeier in Vitte und am Strand von Kap Arkona, dem Unglücksort, hatten am 14. Januar mehr als 200 Gäste, unter ihnen der Vater des Mädchens, Abschied von der Vermissten genommen.
(dapd)
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