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Insolventer Modellbahnhersteller Märklin entlässt 400 Mitarbeiter

DAPD

17.03.2009

Bis August soll der insolvente Modellbahnbauer einen neuen Besitzer gefunden haben.  (AP Photo/Axel Heimken, Archiv)
Bis August soll der insolvente Modellbahnbauer einen neuen Besitzer gefunden haben. (AP Photo/Axel Heimken, Archiv)

Stuttgart – Beim insolventen Modellbahnbauer Märklin sollen 400 von 1.400 Mitarbeitern entlassen werden. Darüber informierte der vorläufige Insolvenzverwalter Michael Pluta die Belegschaft am Dienstag auf einer Betriebsversammlung. Seinem Sanierungskonzept zufolge sollen am Stammsitz in Göppingen 166 der 650 Mitarbeiter gehen, am Standort Györ in Ungarn 180 von 520 Beschäftigten. Der Standort Nürnberg mit seinen 60 Mitarbeitern wird geschlossen, wie Pluta bereits angekündigt hatte.

Die betroffenen Mitarbeiter an den deutschen Standorten sollen die Möglichkeit erhalten, in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Die Gesellschaft biete ihnen an, für mindestens ein halbes Jahr Weiterbildungsmaßnahmen in Anspruch zu nehmen, teilte Pluta mit. Sie erhielten in dieser Zeit 80 Prozent ihres Nettoeinkommens. Bei den Mitarbeitern, die im ungarischen Györ gehen müssen, handele es sich im Wesentlichen um Leiharbeiter und Beschäftigte mit befristeten Verträgen.

Gewinn für 2010 geplant

„Mit diesen Maßnahmen wollen wir bei einem Umsatz von 121 Millionen Euro den Verlust von 21 Millionen Euro im Jahr 2008 in diesem Jahr auf annähernd Null reduzieren“, sagt Pluta. „Unter der Voraussetzung, dass alle Maßnahmen aus dem Sanierungskonzept durchgesetzt werden und dass sich die Wirtschaftsbedingungen nicht noch weiter verschlechtern, planen wir für 2010 einen Gewinn von 2,5 Millionen Euro.“ Zu diesem Zweck will der Insolvenzverwalter auch die Produktpalette durchgehen und um „unrentable Positionen“ bereinigen. Die Marken Märklin, Trix und LGB blieben jedoch erhalten.

Pluta plant, Märklin bis August zu verkaufen. „Bisher gibt es 110 Interessenten und es kommen sicher noch ein paar dazu“, sagte er am Montagabend vor Journalisten in Stuttgart. Der vorläufige Insolvenzverwalter geht davon aus, dass gut 12 bis 14 der mehr als 100 Aspiranten wirklich ernst zu nehmen seien. „Wir werden mit allen verhandeln, die nachweisen, dass sie 100 Millionen Euro finanzieren können und die uns Vertraulichkeit zusichern. Außerdem müssen sie ein industrielles Konzept für die Weiterführung des Unternehmens vorlegen.“

Das Traditionsunternehmen Märklin war 2006 von den Investoren Kingsbridge Capital und Goldman Sachs übernommen worden und hatte am 4. Februar dieses Jahres Insolvenz angemeldet. (AP)

 

 

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