Umwelt – Maifisch soll wieder im Rhein angesiedelt werden – DAPD
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Maifisch soll wieder im Rhein angesiedelt werden

DAPD

18.07.2007

Düsseldorf – In einem groß angelegten Projekt wollen Wissenschaftler den weitgehend aus dem Rhein verschwundenen Maifisch wieder ansiedeln. Dazu werden sie fünf Millionen Maifisch-Larven züchten und im Rheinsystem aussetzen, wie Projektleiter Peter Beeck am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Rund eine Million Euro stehe dafür bereit, die Hälfte davon komme aus dem EU-Naturschutzprogramm LIFE.

Der Süßwasserhering verbringt den größten Teil seines Lebens im Meer. Im Alter von drei bis fünf Jahren wandern die Maifische dann in Schwärmen Flüsse hinauf, um sich dort fortzupflanzen. Noch vor 100 Jahren war der Maifisch den Angaben zufolge im Rhein weit verbreitet und eine Haupteinnahmequelle für Berufsfischer, doch Überfischung und Gewässerverschmutzung zerstörten den Bestand. Heute gebe es große Bestände nur noch in Frankreich, der Maifisch werde auf der Roten Liste als bedrohte Art geführt.

Beeck sagte, es sei nun Sache des Artenschutzes, die Fische wieder in den Rhein zu bringen: „Die Wasserqualität ist wieder gut, die Voraussetzungen sind da.“ Die wirtschaftliche Bedeutung der Fische sei hingegen „eher gering“, erklärte der Projektleiter. Es werde wohl Jahre dauern, ehe man wieder guten Gewissens Maifische im Rhein fangen könne. Diese schmecken nach seinen Angaben trotz vieler Gräten köstlich: „Sie sind eine Delikatesse.“

Derzeit sucht und kartiert der Fischerei-Biologe mögliche Stellen, an denen die Fischlarven ausgesetzt werden können. In Nordrhein-Westfalen habe er bereits zwei mögliche Orte ausgemacht, so bei Duisburg und am Unterlauf der Sieg. Auch in Hessen würden Fische ausgesetzt, sagte Beeck. „Wir müssen sehen, wo gute Bereiche sind.“ Eine Gefahr für die bei ihrer Aussetzung weniger als zwei Zentimeter großen Maifische sind nach seinen Worten größere Raubfische: „Wenn man nicht aufpasst, können sie viele Larven fressen.“

Im Jahr 2008 werden die ersten Maifische ausgesetzt

Im französischen Forschungsinstitut CEMAGREF sollen die Maifisch-Eier in speziellen Gläsern erbrütet und die jungen Fische einige Wochen lang aufgezogen werden, wie weiter mitgeteilt wurde. Im Frühsommer 2008 werden etwa eine Million der Süßwasserheringe im Rhein ausgesetzt, in den beiden folgenden Jahren je zwei Millionen. Wie viele Maifische sich tatsächlich im Rheinsystem ansiedeln werden, lässt sich Beeck zufolge noch nicht sagen. Da alle Tiere vor der Aussetzung markiert werden – ihre Gehörknöchelchen werden angefärbt – lasse sich der Erfolg aber in einigen Jahren prüfen.

Verantwortlich für das Projekt ist die Bezirksregierung Arnsberg – koordiniert wird es von der Stiftung Wasserlauf und Projektleiter Peter Beeck, der sein Büro im Düsseldorfer Aquazoo hat. An der Finanzierung beteiligen sich das Umweltministerium Hessen, die französischen Partner CEMAGREF und MIGADO, die niederländischen Sportfischer, die Rheinfischereigenossenschaft NRW und die HIT Umweltstiftung. (AP)

 

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