Aktuelle Nachrichten – Reiseinformationen
10.08.2009
Berlin – Wer derzeit wegen der Bombenanschläge nicht nach Mallorca fliegen will, kann seine gebuchte Reise jederzeit stornieren, muss aber die Kosten dafür selbst tragen. Die Stornokosten werden in der Regel auch nicht von einer Reiserücktrittsversicherung getragen. Denn nach der aktuellen Rechtsprechung rechtfertigen Terroranschläge nur dann eine Kündigung des Reisevertrages aufgrund höherer Gewalt, wenn sie „allgemeinen inneren Unruhen“ gleichkommen.
Die Anforderungen dafür sind hoch und bei der jetzigen Lage auf Mallorca nicht gegeben. Der Wiesbadener Reiserechtler Holger Hopperdietzel sagt, höhere Gewalt könne etwa bei Naturkatastrophen, Bürgerkrieg oder flächendeckenden politischen Unruhen gegeben sein. Nach seiner Einschätzung würden Mallorca-Reisende derzeit auf ihren Kosten sitzenbleiben, wenn sie eine Reise absagen und das Geld vom Veranstalter zurückbekommen wollen.
Anders würde es aussehen, wenn das Auswärtige Amt eine offizielle Reisewarnung herausgeben würde. Erst dann wird von höherer Gewalt im Sinne des Paragrafen 651 j des Bürgerlichen Gesetzbuches ausgegangen. Allerdings sind Fluggesellschaften auch dann nicht verpflichtet, Tickets zu erstatten. Die Reisewarnung verbessert aber die Ausgangslage für Kulanzverhandlungen. Die Anbieter von Pauschalreisen bieten in der Regel von sich aus ihren Kunden an, Reisen umzubuchen, wenn es eine Reisewarnung gibt.
Reisewarnungen stellen einen dringenden Appell des Auswärtigen Amts dar, Reisen in ein Land oder in eine Region eines Landes zu unterlassen. „Sie werden nur dann ausgesprochen, wenn aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss“, erklärt das Außenamt.
Für Mallorca gibt es nur Reisehinweise. Das Auswärtige Amt rät darin den den Touristen vor Ort davon ab, Menschenansammlungen zu meiden, die Anweisungen der örtlichen Sicherheitsbehörden zu befolgen und sich umsichtig zu verhalten. „Es muss erneut mit Behinderungen durch Maßnahmen der spanischen Sicherheitsbehörden gerechnet werden“, heißt es weiter. Bei weiteren Fragen sollten sich Reisende an ihren Reiseveranstalter oder die Fluggesellschaft wenden. „Die touristische Infrastruktur der Insel ist im übrigen derzeit nicht betroffen.“ Wie zur Hauptsaison in Mallorca Menschenansammlungen vermieden werden sollen, wird nicht erklärt.
http://www.auswaertiges-amt.de/ (AP)
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