München – Der Lastwagen- und Maschinenbaukonzern MAN hat bei internen Prüfungen früher bereits selbst dubiose Zahlungen entdeckt. Die jetzt von der Staatsanwaltschaft unter Schmiergeldverdacht ins Visier genommenen Provisionszahlungen aus den Jahren 2002 bis 2005 seien schon 2007 von der internen Revision geprüft worden, teilte MAN am Donnerstag mit. Dabei sei es „in einzelnen Fällen zu Beanstandungen von Zahlungsvorgängen gekommen“.
MAN habe damals „organisatorische und personelle Konsequenzen“ gezogen und die Regeln für rechtmäßige Provisionen verschärft. Dazu zählten das Vier-Augen-Prinzip, das Verbot von Barzahlungen sowie ein Ehrenkodex für Vertriebsmitarbeiter.
Die Münchner Staatsanwaltschaft verdächtigt MAN, den Verkauf von Lastwagen und Bussen mit Bestechungsgeldern in Höhe von rund 16 Millionen Euro angekurbelt zu haben – vor allem im Ausland, aber auch in Deutschland. Mitarbeiter in Niederlassungen sollen Mitarbeitern von Kundenfirmen für Kauf- und Leasingverträge jeweils einige hundert Euro überwiesen haben. Auch ausländische Amtsträger sollen geschmiert worden sein.
Die Staatsanwaltschaft hatte die MAN-Konzernzentrale, 39 Niederlassungen der Nutzfahrzeugsparte und die Wohnungen von drei Beschuldigten durchsuchen lassen. Was die Durchsuchungen und Vernehmungen erbracht haben, hat sie noch nicht mitgeteilt. (AP)
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