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Manipulationsverdacht bei Organvergabe in Münchner Klinik wird geprüft

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03.10.2012

Manipulationsverdacht bei Organvergabe in Münchner Klinik wird geprüft Foto: dapd/Uwe Lein
Manipulationsverdacht bei Organvergabe in Münchner Klinik wird geprüft

Foto: dapd/Uwe Lein

München – Die Staatsanwaltschaft untersucht den Verdacht auf vorsätzliche Manipulation bei der Vergabe von Organen am Münchner Klinikum rechts der Isar. Die jüngsten Erkenntnisse würden in den "Prüfvorgang" mit einfließen, sagte ein Sprecher der Münchner Anklagebehörde am Dienstag.

Zuvor hatte das Krankenhaus dem Gesundheits- und dem Wissenschaftsministerium mitgeteilt, dass womöglich doch Laborwerte vorsätzlich gefälscht worden waren, um einen Patienten bei der Organverteilung gezielt zu bevorzugen. Bis dato war die Klinikleitung noch davon ausgegangen, dass lediglich Fehler gemacht wurden.

Insgesamt gibt es bei neun Lebertransplantationen am Klinikum rechts der Isar Auffälligkeiten, die derzeit von den Prüfungs- und Überwachungskommissionen an der Bundesärztekammer untersucht werden. Der Ärztliche Direktor des Klinikums, Reiner Gradinger, erklärte: "Wir müssen davon ausgehen, dass in einem Fall manipulierte Laborwerte zu einer Transplantation geführt haben könnten." Daher sei umgehend die Staatsanwaltschaft eingeschaltet worden.

Nun werde alles daran gesetzt, dass dieser äußerst bedauerliche Vorgang aufgeklärt wird. Da es sich um ein laufendes Verfahren handele, könnten zu den beteiligten Personen und den näheren Umständen keine Angaben gemacht werden, sagte Gradinger.

Die Deutsche Hospiz Stiftung forderte, dass sich eine Schwerpunktstaatsanwaltschaft mit den deutschen Organ-Skandalen befasst: Das Transplantationssystem sei bundesweit organisiert. Daher mache es keinen Sinn, dass die Ermittler an Ländergrenzen Halt machen müssten, sagte Stiftungsvorstand Eugen Brysch. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) müsse zudem sofort eine Task-Force einrichten.

dapd

 

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