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Eine Chronik Mannesmann und Vodafone

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01.02.2010

Düsseldorf (apn) Die 180 Milliarden Euro teuere Übernahme von Mannesmann durch Vodafone hat in Deutschland nicht nur Wirtschafts-, sondern auch Justizgeschichte geschrieben. Hier eine Chronik der Ereignisse:

07. Dezember 1989: Mannesmann erhält die erste private Mobilfunklizenz in Deutschland.

07. Januar 1999: Zehn Jahre nach dem Startschuss ist die Zahl der Nutzer in den von Mannesmann kontrollierten Mobil- und Festnetzgesellschaften auf fast 36 Millionen gestiegen. Die Telekommunikationssparte hat sich zum Goldesel des Konzerns entwickelt.

14. November 1999: Der britische Telekommunikationskonzern Vodafone legt ein feindliches Übernahmeangebot für den deutschen Konkurrenten vor. Es sieht einen Kaufpreis von etwa 200 Milliarden Mark (100 Milliarden Euro) in Aktien vor. Mannesmann nennt das Angebot „völlig unangemessen“ und beginnt eine heftigen Abwehrkampf.

03. Februar 2000: Der Mannesmann-Vorstand gibt seinen Widerstand auf und stimmt der Übernahme durch Vodafone zu. Durch Nachbesserungen von Vodafone und den Anstieg der Aktienkurse beläuft sich der Kaufpreis letztlich auf 180 Milliarden Euro.

7. März 2000: Mannesmann-Chef Klaus Esser gerät wegen seiner Rekordabfindung inklusive Prämie von umgerechnet knapp 30 Millionen Euro ins Visier der Justiz. Ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Untreue wird eingeleitet.

14. April 2000: Mannesmann verkauft seine Technologie- und Verkehrstechniksparte Atecs an Siemens und Bosch.

30. Mai 2000: Die Salzgitter AG kauft das Mannesmannröhren-Werk.

20. August 2001 – Die Staatsanwaltschaft weitet ihre Ermittlungen aus. Wegen des Verdachts der Untreue oder der Beihilfe dazu ermittelt die Behörde nun auch gegen Ex-IG-Metall-Chef Klaus Zwickel und Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, die im Mannesmann-Aufsichtsrat saßen.

17. Februar 2003 – Die Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ackermann, Zwickel, Esser, den damaligen Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk, Ex-Konzernbetriebsratschef Jürgen Ladberg und Ex-Personalvorstand Dieter Droste.

21. Januar 2004 – Der spektakulärste Strafprozess der deutschen Wirtschaftsgeschichte beginnt. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, die Übernahmeschlacht dazu benutzt zu haben, um Managern und früheren Vorständen des Unternehmens ungerechtfertigte Abfindungen in Höhe von fast 60 Millionen Euro zuzuschieben.

22. Juli 2004: Das Düsseldorfer Landgericht spricht die Angeklagten frei.

21. Dezember 2005: Der Bundesgerichtshof hebt die Freisprüche auf. Der Vorsitzende Richter Klaus Tolksdorf wirft den Wirtschaftsführern vor, sie hätten die Bodenhaftung verloren, wenn sie meinten, „so viel geleistet zu haben, dass Abfindungen in dieser Höhe lediglich wohl verdienter Lohn für ihre Leistung sei“.

25. Oktober 2006: Neuauflage des Mannesmann-Prozesses vor dem Landgericht Düsseldorf.

24. November 2006: Die Verteidiger der sechs Angeklagten und die Staatsanwaltschaft schlagen dem Gericht die Einstellung des Verfahrens gegen Geldauflagen in einer Gesamthöhe von 5,8 Millionen Euro vor.

29. November: Der Prozess wird gegen die Zahlung der vereinbarten Geldauflagen eingestellt. Das Kapitel Mannesmann ist damit beendet. (AP)

 

 

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