Aktuelle Nachrichten – Kultur
29.09.2010
Berlin – Die französische Autorin Marie NDiaye ist am Mittwochabend in Berlin mit dem "Internationalen Literaturpreis – Haus der Kulturen der Welt" geehrt worden. Sie erhielt die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung für ihren Roman "Drei starke Frauen", wie das Haus der Kulturen mitteilte. Der mit 10.000 Euro dotierte Übersetzerpreis ging an Claudia Kalscheuer, die den Roman aus dem Französischen übersetzte.
Der Roman handelt von den Lebensläufen dreier Frauen. Die 40-jährige Norah gibt dem Drängen ihres Vaters nach und besucht ihn in Dakar: Die Juristin soll ihren Bruder aus dem Gefängnis holen. Fanta hat im Unterschied zu Norah Dakar verlassen, um ihrem Ehemann Rudy in die französische Provinz zu folgen. Sie gibt sich dort vor Langeweile auf, so meint Rudy, durch dessen Perspektive wir von Fanta erfahren – doch ihm entgeht Entscheidendes. Von Afrika aus betrachtet erscheint ihre Existenz geradezu luxuriös, weshalb Khady, die junge Afrikanerin, illegal nach Frankreich einzuwandern muss – doch sie endet, tot, am Grenzzaun in Nordafrika. Alle drei Frauen verteidigen ihre Würde, indem sie sich im entscheidenden Moment weigern, so zu handeln, wie es die Umgebung verlangt. (dapd)
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