Aktuelle Nachrichten Welt - News und Hintergründe – Marokkanischer König besucht Marrakesch nach Bombenanschlag – Jamey Keaten / AP
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Mohammed VI. für Demokratisierung Marokkanischer König besucht Marrakesch nach Bombenanschlag

Jamey Keaten / AP

01.05.2011

Marrakesch – Nach dem Bombenanschlag auf ein Touristencafé in Marrakesch hat der marokkanische König Mohammed VI. am Wochenende den Tatort besucht. Tausende Menschen jubelten dem Monarchen zu und winkten mit Bildern des Staatsoberhauptes, als Mohammed VI. am Samstag mit seiner Wagenkolonne vor dem zerstörten Lokal vorfuhr.

Der König war sichtlich ergriffen und verurteilte den Anschlag als "feige" und "kriminell". Der Demokratisierungsprozess im Land werde jedoch fortgesetzt. Der Angriff werde das marokkanische Volk nur stärker machen, sagte Mohammed VI. Die Marokkaner würden sich jedem Versuch widersetzen, den demokratischen Entwicklungsprozess zu behindern.

Bei dem Bombenanschlag am vergangenen Donnerstag auf das Café Argana am Djemma-el-Fna-Platz im Zentrum von Marrakesch waren 16 Menschen ums Leben gekommen, darunter 14 Ausländer. Mohammed VI. besuchte am Samstagnachmittag auch die zwölf Verletzten, die in dem Krankenhaus Ibn Tofail und einem Militärhospital behandelt werden.

Nach dem Besuch des Königs durften erstmals auch Journalisten den Tatort betreten. Die Explosion hatte einen Krater von rund einem Meter Durchmesser und Tiefe in die Terrasse im zweiten Obergeschoss gerissen, an den zerstörten Wänden waren Einschlaglöcher von Splittern und Blutspritzer zu sehen. Der Boden des Cafés war mit Kleidungsfetzen, verbogenen Nägeln und Glassplittern übersät.

Marokkanische Regierung vermutet Al-Kaida hinter dem Anschlag

Bislang bekannte sich niemand zu der Tat. Ermittler erklärten am Samstag, der Anschlag sei professionell vorbereitet und vermutlich nicht von einem Einzeltäter verübt worden. Der marokkanischen Regierung zufolge steckt vermutlich das Terrornetzwerk Al-Kaida hinter dem Anschlag.

Darauf deute die Vorgehensweise hin, hatte Innenminister Taib Cherkaoui zuvor gesagt. Die Bombe sei ferngesteuert gezündet worden und mit Nägeln gefüllt gewesen. Der Sprengstoff habe Ammoniumnitrat und TATP enthalten, einen hochexplosiven Stoff, der als Sprengzünder bei den Anschlägen in London 2005 verwendet wurde. Der Sprengsatz habe nach ersten Schätzungen rund vier Kilogramm gewogen, teilten die Ermittler mit.

Unterdessen erklärte das Schweizer Außenministerium am Samstag, zwei Menschen mit Wohnsitz in der Schweiz würden noch vermisst. Einer ist den Angaben zufolge Schweizer Staatsbürger, der andere Portugiese. Die beiden Männern seien mit zwei Schweizer Touristinnen gereist, die bei der Explosion schwer verletzt wurden. (dapd)

 

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