Aktuelle Nachrichten Europa – Maschinenindustrie will möglichst viele Arbeitsplätze retten – DAPD
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Technologiestandort Schweiz Maschinenindustrie will möglichst viele Arbeitsplätze retten

DAPD

25.06.2009

Zürich – Die Schweizer Maschinenindustrie will in der Krise ihre Stärken bewahren und möglichst viele Arbeitsplätze retten. Swissmem-Präsident Johann Schneider-Ammann machte sich am dritten Industrietag des Branchenverbands für den von ihm angeregten Überbrückungskredit stark. Es gehe darum, das Know-how des Werkplatzes Schweiz zu erhalten.

Seit dem letzten Swissmem-Industrietag vor einem Jahr hätten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen massiv verändert, sagte Schneider-Ammann am Donnerstag in Zürich. Weite Teile der Maschinenindustrie würden gebeutelt, Bestellungseinbrüche von 40, 50 oder 60 Prozent seien keine Seltenheit. „Ich glaube nicht, dass wir überall die Talsohle erreicht haben, und vor allem sehen wir nicht, wann ein Aufschwung wieder beginnen kann“, sagte der Swissmem-Präsident und Berner FDP-Nationalrat. Deshalb sei es die Aufgabe des Branchenverbandes, bereits heute Vorkehrungen zu treffen für den Fall, dass sich auch die Situation am Kapitalmarkt nochmals verschlechtern und es zu schadhaften Liquiditätsengpässen kommen sollte. Schneider-Ammann forderte deshalb, dass der von ihm in diesem Zusammenhang ins Spiel gebrachte Überbrückungsfonds weiter diskutiert werde.

Swissmem habe zwei Massnahmen angedacht, von denen die eine auf die Klein- und Mittelunternehmen ziele. Es gehe dabei um die Ausdehnung des Bürgschaftswesens. „Das heisst nichts anderes, als dass die Banken den Firmenkunden etwas grössere Kredite zu etwas attraktiveren Konditionen offerieren können, weil im Rücken der Banken der Staat mit seiner Ausfall-Bürgschaft steht“, sagte Schneider-Ammann. Die zweite Massnahme richte sich an Grossunternehmen, die Probleme mit der Finanzierung oder Refinanzierung ihrer Kredite bekommen könnten. Für sie werde die Einrichtung eines zeitlich befristeten Fonds vorgeschlagen zur Schliessung von Finanzierungslücken, damit das Fortbestehen der Flaggschiffe der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie gesichert werden könne.

Der Technologiestandort Schweiz müsse die Periode der dramatischen Rezession möglichst unbeschadet überstehen können. „Wir wollen so viele Arbeitsplätze wie nur irgendwie möglich retten“, sagte Schneider-Ammann. Heute gehe es vor allem darum, das Know-how des Werkplatzes Schweiz zu erhalten. „Nutzen wir die Zeit, unsere Produkte so zu entwickeln, dass sie dem Markt entsprechen.“.

Im Beisein von über 250 Lernenden und Studenten wies Bundesrat Pascal Couchepin auf die Bedeutung der Eidgenössischen Technischen Hochschulen für die neuen Technologien der Zukunft hin. Er hatte zuvor mit dem am Swissmem-Industrietag anwesenden chinesischen Minister für Wissenschaft und Technologie, Wang Gang, die ETH Zürich und das Wasserforschungsinstitut Eawag besucht.

Einen Tag vor dem geplanten ersten Testflug seines Projekts Solar Impulse zur Weltumrundung in einem durch Solarenergie betriebenen Flugzeug sprach Bertrand Piccard von der Herausforderungen seines Vorhabens. Diese könnten nur überwunden werden, wenn die Grenzen der heutigen Technologien verschoben würden. Piccard will mit dem Projekt die Geschichte erfolgreicher Erfindungen fortschreiben und unter Beweis stellen, wie neue Technologien zur nachhaltigen Entwicklung beitragen können. (AP)

 

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