Aktuelle Nachrichten – Wirtschaft
27.10.2008
Frankfurt/Main – Die internationalen Aktienmärkte sind nach der Verkaufswelle der vergangenen Handelstage mit massiven Kursverlusten in die neue Woche gestartet. Nach negativen Vorgaben aus Asien brach der Deutsche Aktienindex DAX kurz nach Handelseröffnung knapp 5 Prozent auf 4.295 Punkte ein. Am Mittag notierte er noch 4 Prozent im Minus. Auch in Paris, London und der Schweiz zeigten die Kurse nach unten, nachdem der Nikkei-Index zuvor auf 7.162 Punkte und damit auf den niedrigsten Stand seit 26 Jahren abstürzt war.
Hintergrund ist die Sorge, dass sich die Finanzmarktkrise zu einer Währungskrise ausweiten könnte. Der japanische Yen war am Freitag auf den höchsten Stand seit 13 Jahren gestiegen. Ein Dollar kostete etwa 90 Yen. Am Montag stand der Dollar in Tokio bei 94,03 Yen. Die Aufwertung des Yen ist eine Belastung für die traditionell exportorientierte japanische Wirtschaft. Zugleich sackt der Euro immer weiter ab und notierte am Montagvormittag bei 1,24 Dollar.
Die sieben reichsten Industriestaaten warnten vor zu großen Schwankungen im Wechselkurs des japanischen Yen. Der rasche Anstieg der vergangenen Tage ist beunruhigend für das Gleichgewicht der Märkte, wie die Finanzminister der G-7-Staaten und die Zentralbankpräsidenten am Montag mitteilten. Die Gruppe betonte das Interesse an einem stabilen internationalen Finanzsystem. Falls nötig seien die G-7-Staaten auch bereit, koordiniert zu handeln.
In Frankreich gab der CAC40 zeitweise 5,8 Prozent nach, der FTSE100 in London verlor knapp 5 Prozent. An der Schweizer Börse fiel der Swiss Market Index (SMI) um 4,41 Prozent.
„Die Welt erlebt eine Finanzkrise von gigantischem Ausmaß“, heißt es im Marktkommentar der Zürcher Kantonalbank. Eine Rückkehr des Vertrauens sei im Moment schwierig voraussehbar. Im Moment dominierten an den Finanzmärkten die Verkäufer. Vermutlich seien unter ihnen auch eine beträchtliche Zahl von gezwungenen Verkäufern. Gängige Bewertungsindikatoren signalisieren den Angaben zufolge schon längst eine deutliche Übertreibung nach unten.
Massive Kursverluste verzeichneten im DAX die Aktien von Post und Postbank; die Postbank hat im dritten Quartal rote Zahlen geschrieben und plant eine Kapitalerhöhung. Die Post senkte ihre Prognose für das laufende Jahr.
Ein regelrechtes Kursfeuerwerk gab es bei dem VW-Papier, das zeitweise knapp 90 Prozent zulegte. Porsche hatte seinen Anteil an VW auf 42,6 Prozent erhöht. (AP)
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