Panorama - Aktuelle Nachrichten – Max Raabe gibt sich auf neuem Album poppig – Holger Mehlig
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Aktuelle Nachrichten – Panorama

Zusammenarbeit mit Annette Humpe Max Raabe gibt sich auf neuem Album poppig

Holger Mehlig

24.01.2011

Am Freitag erscheint sein neues Album "Küssen kann man nicht alleine", das deutlich poppiger klingt als die Vorgänger. Foto: Franca Bruns/AP Photo
Am Freitag erscheint sein neues Album "Küssen kann man nicht alleine", das deutlich poppiger klingt als die Vorgänger.

Foto: Franca Bruns/AP Photo

Berlin – Zu seinen Markenzeichen zählen die knarrende Stimme, die Pomade im Haar und das perfekte Outfit. Seit Ende der 80er Jahre begeistern Max Raabe und sein Palastorchester mit Hits im Stil der 20er und 30er Jahre nicht nur Zuhörer in Deutschland, sondern auch in New York, Schanghai, Tokio, Rom, Paris und Moskau. Selten einmütig ist die Kritik fast ausschließlich positiv. "Wir nehmen uns selbst nicht allzu wichtig, aber die Musik dafür umso mehr", erklärt der 48-Jährige sein Erfolgsrezept.

Seine zwölfköpfige Band habe natürlich einen ganz eigenen Stil, was Benehmen, Aussehen und Musik betreffe, sagt Raabe. Das funktioniere ganz gut, "da gibt es etwas, was eben auf angenehme Weise typisch deutsch ist". Es sei etwas, womit keiner auf der Welt rechne: "diese leise Ironie und dieser tatsächlich etwas verschrobene Humor". Daher jubeln ihnen sogar die New Yorker zu, obwohl die meisten die deutschen Texte gar nicht verstehen.

Raabe singt nicht nur Hits aus der Zeit der Weimarer Republik, sondern kleidet auch zeitgenössische Texte in das musikalische Gewand der 20er und 30er Jahre. Nun nähert er sich erstmals der aktuellen Popmusik. Am Freitag (28. Januar) erscheint sein neues Album "Küssen kann man nicht alleine", das deutlich poppiger klingt als die Vorgänger. Das liegt vor allem an der Frau, mit der er für das Album zusammenarbeitete: Annette Humpe ist Expertin für modernen Sound, was sie zuletzt als Produzentin für Ich + Ich bewiesen hat.

Erste Gesangserfahrungen im Kirchenchor

Geboren wurde Raabe am 12. Dezember 1962 in Lünen in Westfalen. Erste Gesangserfahrungen sammelte er im Kirchenkinderchor seiner Heimatgemeinde. Mit 18 Jahren zog er nach Berlin, studierte sieben Jahre Gesang an der Hochschule der Künste, die ihn 1995 als staatlich geprüften Opernsänger im Fach Bariton entließ.

Bereits 1986 gründete er mit zwölf Kommilitonen das Palastorchester. Manchmal verfremdete er aktuelle Melodien zu Schlagern alten Stils, dabei machte er selbst vor Titeln wie Tom Jones' "Sexbomb", "Oops! I did it again" von Britney Spears oder "Bongo Bongo" von Manu Chao nicht halt. 1992 schaffte er den Durchbruch mit dem selbst gedichteten und komponierten Hit "Kein Schwein ruft mich an".

Raabe war auch als Schauspieler erfolgreich. Zusammen mit seinem Orchester trat er 1994 in Sönke Wortmanns Kinokomödie "Der bewegte Mann" auf. Später war er dann in Produktionen wie "Charleys Tante" und "Invincible" zu sehen. Fragen nach seinem Privatleben beantwortet er stets mit der Bemerkung, er sei "liiert".

Ab 13. Februar ist Raabe wieder in Deutschland zu erleben. In Hamburg startet er seine Welttournee, die ihn unter anderem in die USA, nach Ungarn, Schweden und Österreich führen wird.

(dapd)

 

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