Foto: dapd/Lukas Barth
München – Ungewohnte Rolle für Oscarpreisträger Maximilian Schell: In Ralph Benatzkys Singspiel "Im Weissen Rössl" spielt der 81-Jährige die Rolle von Kaiser Franz Joseph I. Mit dem populären Schwank eröffnet der neue Intendant des Münchner Gärtnerplatztheaters, Josef E. Köpplinger, am 11. Oktober seine erste Spielzeit, wie er am Donnerstag in München sagte. Die Rolle der Ottilie verkörpert Schells junge Lebensgefährtin, die Schauspielerin und Sängerin Iva Mihanovic.
Zunächst sei er von Köpplingers Angebot nicht begeistert gewesen, gestand Schell. "Ich habe sofort Nein gesagt." Schließlich habe er sich aber doch überreden lassen. "Josef (Köpplinger) hat gedroht, vor mir auf die Knie zu gehen. Das fand ich gut, obwohl es mich etwas geniert hat", sagte Schell, der in aufgeräumter Stimmung zahlreiche Anekdoten aus seinem ereignisreichen Leben als weltberühmter Schauspieler, Theater- und Filmregisseur sowie Buchautor zum Besten gab.
Schell ist "der Wunschkaiser"
Die Frage, ob sich Schell, der mit Theater- und Filmlegenden wie Gustav Gründgens und Marlon Brando zusammenarbeitete, im "Weissen Rössl" unter Wert verkaufe, verneinte der 81-jährige. "Da hätte ich auch den 'Jedermann' nicht spielen dürfen. Ich muss sagen, mir macht es Spaß." Die Rolle des Jedermann bei den Salzburger Festspielen hatte Schell von 1978 bis 1982 verkörpert.
"Für mich ist Maximilian der Wunschkaiser", schwärmte Köpplinger. "Für mich ist dies kein Namedropping. Es geht nur um die Qualität von Maximilian als Mensch und Schauspieler." Der aus Österreich stammende Theatermanager und Regisseur, der als Markenzeichen stets eine Baseballkappe trägt, lobte auch die Qualität des Stückes mit bekannten Melodien wie "Die ganze Welt ist himmelblau" oder "Mein Liebeslied muss ein Walzer sein".
Wegen Renovierung im Fröttmaninger Zeltbau
Die von dem Komponisten Benatzky und dem Regisseur und Produzenten Erik Charell geschaffene "Melange aus Schwank, Operette und Revue" wurde 1930 in Berlin mit großem Erfolg uraufgeführt. Für seine eigene Inszenierung benutzt Köpplinger die 2008 im kroatischen Zagreb wieder entdeckte Urfassung. Sie sei um einiges frecher und rasanter als die 1951 für das Gärtnerplatztheater erstellte Nachkriegsfassung und ein "Paradebeispiel für das legendäre Unterhaltungstheater der Weimarer Republik", sagte Köpplinger.
Schell wird den Kaiser in zwei Dritteln der 31 Vorstellungen verkörpern. Aufführungsort ist die Ausweichspielstätte des Deutschen Theaters, ein großer Zeltbau im Münchner Vorort Fröttmaning. Das Deutsche Theater und das Gärtnerplatztheater werden zur Zeit renoviert.
dapd
Hier können Sie sich im Newsletter eintragen.
Greig: Letztlich sind wir alle irgendwie schräg
(06.10.2012)
Dominique Horwitz moderiert Verleihung des Deutschen Theaterpreises
(05.10.2012)
Stück von David Greig wird in Hannover uraufgeführt
(04.10.2012)
Letzte Vorstellung für Störtebeker-Darsteller Sascha Gluth
(07.09.2012)
Letzte Vorstellung für Störtebeker-Darsteller Sascha Gluth
(07.09.2012)
Brigitte Grothum: "Jedermann" ist ein Spiegel für uns
(30.11.2011)
Vierköpfiges Team erhält Theaterpreis Berlin
(06.03.2011)