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Medienmanager attackieren Google und fordern Deregulierung

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24.10.2012

Medienmanager attackieren Google und fordern Deregulierung Foto: © 2012 AP. Photographer: Virginia Mayo, File/AP/dapd
Medienmanager attackieren Google und fordern Deregulierung

Foto: © 2012 AP. Photographer: Virginia Mayo, File/AP/dapd

München – Die Rolle des Internetkonzerns Google hat bei der Eröffnungsdiskussion der Münchner Medientage für eine hitzige Debatte gesorgt. Der Konzern dringe in die Geschäftsbereiche klassischer Medienunternehmen ein und agiere mit seiner Videoplattform Youtube als TV-Sender, sagte ProSiebenSat.1-Vorstand Conrad Albert am Mittwoch. Gleichzeitig halte sich der Internetriese aber nicht an die geltenden Regeln für Medienanbieter.

Ähnlich argumentierte Burda-Vorstandschef Paul-Bernhard Kallen. Google selektiere Nachrichten, "das ist eine Medientätigkeit". Daher müsse der Suchmaschinenbetreiber auch die Verantwortung für die Inhalte übernehmen, etwa bei Fällen von Verleumdung. Google-Deutschland-Chef Stefan Tweraser rechtfertigte das Geschäftsmodell des US-Konzerns. Google sei ein Suchmaschinenbetreiber und biete selbst keine Inhalte an: "Wir stellen nur die Links zur Verfügung." Er forderte weniger Regulierung für alle.

Die Medientage stehen in diesem Jahr unter dem Motto "Weichen stellen. Die neuen Gesetze der Medienwelt". Dazu treten rund 500 Referenten aus dem In- und Ausland auf. Die Veranstalter rechnen insgesamt mit etwa 6.000 Besuchern.

Die sogenannte Elefantenrunde, an der auch Telekom-Chef René Obermann, Sky-Deutschland Chef Brian Sullivan und Bayerns Staatskanzleichef Thomas Kreuzer (CSU) teilnahmen, wurde in diesem Jahr erstmals von der Kommunikationswissenschaftlerin Miriam Meckel moderiert.

Seehofer will Runden Tisch organisieren

RTL-Medienpolitikchef Tobias Schmid beklagte auf dem Podium Beschränkungen für TV-Sender etwa bei der Werbung, von denen Google nicht betroffen sei. Er forderte einen medienübergreifenden Ordnungsrahmen und eine engere Zusammenarbeit der Aufsichtsbehörden. Die Bundesnetzagentur, das Kartellamt und die Landesmedienanstalten sollten "zumindest mal die Telefonnummern austauschen", sagte Schmid.

Auch die ARD-Vorsitzende Monika Piel kritisierte eine "unterschiedliche Regelungsdichte", die in den klassischen Medien höher sei als im Netz. Sie forderte einen Runden Tisch, an dem diese Fragen geklärt werden sollen. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte zu, ein solches Treffen im kommenden Jahr zu organisieren.

In seiner Eröffnungsrede hatte Seehofer zuvor "mehr Freiheit" für die Medien in Deutschland gefordert. Er wolle "so wenig politische und rechtliche Hürden wie nötig". Allerdings müsse das Urheberrecht geachtet werden.

dapd

 

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